Alle Kritiken aus der Reihe Wolfsangel

1Wolfskrieger (Wolfsangel)

Alle Berichte zu der Reihe Wolfsangel

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Nachdem der August hier in Oldenburg bisher total ins Wasser gefallen ist, hatte ich genug Zeit, die zweite Folge des Podcasts der kritischen Seite fertig zu stellen. Here it comes:

Wenn euch die Folge gefallen hat, könnt ihr den Podcast gerne abonnieren und/oder mir einen Kommentar hinterlassen. Für Lob, Kritik und Anregungen bin ich immer dankbar.

Shownotes

Wolfskrieger (Wolfsangel)

, Teil 1

(Heyne 2011, 560 Seiten, 9783453526754)

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  • Fantasy in nordischem Setting
  • Faszinierende Charaktere und spannende Ideen
  • Zu viel komplexes mythisches Blabla
  • Haben wir nicht alle die tolkienesken Fantasy-Settings satt, die sich an das kontinentaleuropäische Mittelalter anlehnen? Die edlen Ritter, armen Bettler und noblen Könige? Wie wäre es stattdessen mit der eisigen Kälte, den brutalen Berserkern und der kriegerischen Mythologie des Nordeuropas um die erste Jahrtausendwende? Denn genau hierhin nimmt uns M.D.Lachlan in seinem ersten Roman Wolfkrieger mit.

    Er erzählt die Geschichte der Zwillinge Vali und Feileg, die kurz nach ihrer Geburt aus den Armen ihrer Mutter geraubt und dann getrennt werden. Während Vali als Sohn des Königs Authun in bescheidenem Wohlstand aufwächst und zu einem ruchlosen Krieger erzogen werden soll, übergibt Authun Feileg an eine Gruppe Hexen, die den Jungen als Wolfsmensch aufwachsen lassen. Als Vali sich dann wenig standesgemäß in die Bauerntochter Adisla verliebt, wird er, um seine Männlichkeit zu beweisen, auf eine Jagd geschickt, die die beiden Brüder wieder zusammen und in ein gemeinsames Abenteuer führt.

    Auch wenn in Wolfskrieger ein Werwolf die Hauptrolle spielt, haben wir hier keinen weiteren Vertreter des überstrapazierten Romantasy-Genres, sondern einen Fantasyroman der härteren und dunkleren Sorte. Die Welt ist rau und kalt, beherrscht von dem Glauben an den kriegerischen Gott Odin und seine nicht weniger kriegerischen Verwandten. Die verschiedenen Stämme befinden sich in einem ständigen Kampf um die Vorherrschaft in ihrer Region. Dabei stellen plötzliche und brutale Überfälle auf feindliche Dörfer mit Hilfe von Berserker-Söldnern das Mittel der Wahl dar.

    In dieser plastischen und glaubwürdigen Welt schafft Lachlan ebensolche Figuren und Charaktere. Dabei arbeitet er insbesondere heraus, wie sich Vali nie so wirklich mit dem Gebaren seiner Leute im Kampf anfreunden kann, bei denen Kraft über geschickte Planung und cleveres Taktieren steht. Er scheint nicht so ganz in seine Welt zu passen. Auch Feileg und Adisla bleiben ambivalente Figuren, die mit ihrer Natur und ihrem gesellschaftlichen Status hadern.

    Diese Stärken kann der Roman insbesondere in seinem zweiten Viertel ausspielen, in dem der Autor langsam auf einen entscheidenden Wendepunkt in der Handlung zusteuert und die Figuren ausführlich einführt. Die Hinführung zu diesem Abschnitt, das erste Viertel, macht es dem Leser jedoch ein wenig schwer, sich in die Welt einzufinden – zu viele unbekannte Figuren und Götter treten hier auf. Auch die zweite Hälfte des Romans hat mich nur beschränkt überzeugt: Zwar ist es äußerst spannend, wie Lachlan aus einer mir weitestgehend unbekannten Mythologie eine Handlung entwickelt, jedoch driftet der Roman mir zu oft in komplizierte Erläuterung der Zusammenhänge zwischen mythischen Wesen und Vali, Feileg sowie Adisla ab. Dabei bleiben nicht nur die Figuren auf der Strecke, sondern leider für mich auch des Öfteren die Spannung.

    Nichtsdestotrotz ist Wolfskrieger meist spannend zu lesen und bietet interessante Einblicke in die nordische Mythologie. Wenn es dem Autor jetzt noch gelingt, die Handlung etwas weltlicher zu entwickeln und seine Fähigkeit, Charaktere und ihre Gefühle zu entwickeln, über das ganze Buch hinweg zu zeigen, freue ich mich auf den Nachfolgeband Fenrir. Dieser spielt einige Zeit später, in der die Vikinger Paris belagern und erscheint morgen (21. Juli 2011) als englisches Hardcover .