Alle Kritiken aus der Reihe Perdido Street Station

1Die Falter (Perdido Street Station, Part 1-4)

Alle Berichte zu der Reihe Perdido Street Station

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Anstatt neue Rezensionen und Artikel zu schreiben, habe ich die letzten beiden Wochen an einer Erweiterung der kritischen Seite gearbeitet: einem begleitenden Podcast. Darin präsentiere ich euch die Bücher, die ich auf der Webseite schon vorgestellt habe, noch einmal etwas anders und stelle euch zudem noch einige spannende Kurzgeschichten vor. Sicherlich wird auch mal das ein oder andere Thema seinen Weg in den Podcast finden.

Auch wenn die erste Folge in erster Linie ein Experiment sein soll, hoffe ich doch, euch ab jetzt mehr oder weniger monatlich meine Reiseberichte aus zukünftigen, vergangenen und fremden Welten präsentieren zu können. Sobald ich das technisch hinbekomme, könnt ihr diesen dann natürlich auch abonnieren. Ihr könnt den Podcast auch abonnieren.

Und da ihr jetzt hören und nicht lesen sollt: Hier ist der Podcast. Für Anmerkungen, Lob und Kritik nutzt einfach die Kommentare…

Shownotes

Hier sind nochmal alle Bücher, Geschichten und Autoren übersichtlich zusammengefasst:

  • Irgendwo zwischen Steampunk, Biopunk und klassischer Science-Fiction
  • Beeindruckende und bedrückende Welt
  • Langsame Handlung und blasse Figuren

New Crobuzon ist sicherlich keine Stadt, in der ich gerne leben würde: Hier leben knapp 100 Millionen Einwohner in einem historisch gewachsenen Moloch. Die Menschen teilen sich die Stadt mit zahlreichen anderen Völkern, wie den Kaktusmenschen oder den käferartigen Kephri, deren Weibchen einen menschlichen Körper besitzen, aber anstelle des Kopfes einen Käferleib. Dann sind da auch noch die Remade, chirurgisch und thaumaturgisch veränderte Menschen, die entweder für eine bestimmte Aufgabe optimiert oder für Verbrechen grausam bestraft wurden.

Normalerweise fasse ich ja an dieser Stelle die Handlung des Romans zusammen und nicht seine Welt, aber in Die Falter gibt es nur einen Hauptdarsteller: New Crobuzon. So spannend und faszinierend diese Stadt ist, vernachlässigt Miéville vor lauter Beschreibungen und atmosphärischer Ausführungen die Handlung und die Charaktere sträflich. Während der Moloch und die steampunk-inspirierte Welt den Leser fesseln können, schleppt sich die Handlung langsam vor sich hin und gewinnt erst gegen Ende der gut 550 Seiten an Spannung, die sich dann jedoch nicht in einem großen Showdown entladen kann.

Dies liegt in erster Linie daran, dass Die Falter lediglich der erste Teil des Romans Perdido Street Station ist, der in der deutschen Übersetzung zweigeteilt wurde und erst mit Der Weber seinen Abschluss findet. Aber wer ein halbes Buch veröffentlicht, sollte sich nicht beschweren, wenn es dann auch als solches bewertet wird. Dem Autor bleibt jedoch in meinen Augen immer noch vorzuwerfen, dass er sich zu viele Gedanken um seine Welt und zu wenige um die Handlung und seine Figuren gemacht hat. Auch die Sprache ist in der Übersetzung sehr verschwurbelt und nicht immer einfach zu lesen, ich weiß aber nicht, ob das für die englische Version genauso gilt. Schade, diese Welt hätte mehr verdient gehabt.