Alle Kritiken aus der Reihe Mars-Trilogie

1Roter Mars (Red Mars)
 2Grüner Mars (Green Mars)

Alle Berichte zu der Reihe Mars-Trilogie

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Durch die Landschaftsbeschreibungen und die glaubwürdige Geschichte wird eine ungeheure Atmosphäre aufgebaut, die jedoch leider zu oft auf Kosten der Spannung geht. Roter Mars ist also eher ein Buch für denjenigen, der sich für realistische Zukunftsvisionen interessiert oder einfach gerne gute, wenn auch ruhige, Bücher liest.

Mit dem Raumschiff Ares reisen die ersten einhundert Siedler zum Mars, um den Nachbarplaneten zu erkunden und zu besiedeln. Schon auf dem neunmonatigen Flug wird die Mannschaft einigen Extremsituationen ausgesetzt und so dauert es nicht lange und es bilden sich mehr und mehr Splittergruppen, die verschiedene Vorstellungen davon haben, was mit dem roten Planten zu geschehen hat. Die einen fordern die Terraformung, einen sehr langen Prozess der Umformung des Planet in einen Lebensraum für Menschen, die anderen möchten eine Veränderung der einmaligen Landschaften des Mars verhindern. Nach einiger Zeit treffen dann auch die nächsten Siedler auf dem Planeten ein und bringen mehr und mehr Schwierigkeiten für die ersten Hundert. Es werden gigantische technische Projekte angefangen, die den Mars für immer verändern werden.

Mit Roter Mars habe ich jetzt das erste Buch der HUGO gekrönten Trilogie von Kim Stanley Robinson gelesen und einen zwiespältigen Eindruck davon gewonnen: Das Buch bietet eine umfassende Vision von dem, was einmal geschehen könnte, sollte die Menschheit den Mars besiedeln wollen. Die Dinge, die geschehen, geschehen so, als hätten sie keine andere Wahl und mir sind zu keiner Zeit Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Geschichte gekommen. Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und ihre Motivation ist jederzeit verständlich und nachvollziehbar. Durch die unglaublich detaillierten Landschaftsbeschreibungen fühlt sich der Leser sofort auf den Mars versetzt und wird Teil der Handlung. An den Landschaftsbeschreibungen zeigt sich aber auch die größte Schwäche des Buches. Durch die vielen Beschreibungen kommt die Handlung nur schleppend in Gang und zieht sich manchmal doch ein wenig. Ein weiterer Punkt ist, dass Robinson sich nicht auf eine Identifikationsfigur beschränkt, sondern versucht, jede Person gleich intensiv darzustellen. Hierdurch schwächt er den Spannungsbogen doch relativ stark ab. Das Einzige, dem er sich erkennbar mehr widmet als Anderem, ist der Mars. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass er der Identifikationspunkt des Lesers sein soll. Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Bände, vor Allem wenn Robinson sich dann wieder etwas mehr auf die Spannung konzentriert.