Alle Kritiken aus der Reihe Chaos Walking

1Die Flucht (The Knife of Never Letting Go)

Alle Berichte zu der Reihe Chaos Walking

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Im Fantasy-Genre kann man sich heutzutage vor Büchern kaum retten, die für Erwachsene und Jugendliche gleichermaßen geeignet sind. Aber auch in der Science-Fiction gibt es solche Romane, und ein paar besonders gute möchte ich an dieser Stelle vorstellen

New World von Patrick Ness

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Auf dem Planeten “New World” ist nichts normal: Jeder hier ist ein Gedankenleser und so ist die Welt erfüllt von dem Rauschen der Gedanken um einen herum. In der kleinen Stadt Prentisstown lebt hier der fast dreizehnjährige Todd als einziges Kind. Kurz vor seinem Geburtstag, an dem er offiziell zum Mann würde, muss er jedoch vor dem Bürgermeister der Stadt Prentiss fliehen. Auf seiner Flucht begegnet er Viola und entdeckt nach und nach die Geheimnisse seiner Heimat.

Ich habe bisher den ersten Band dieser Reihe gelesen und war äußerst positiv angetan. Die Geschichte ist spannend erzählt und in meinen Augen auf jeden Fall jugendgerecht. Die Erzählweise im ersten Band ist gut gewählt  aber etwas ungewöhnlich und könnte daher Jugendlichen den Einstieg ein wenig erschweren. Auch für Erwachsene auf jeden Fall einen Blick wert.

Das Marsprojekt von Andreas Eschbach

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Ariana, Carl, Elinn und Ronny sind die vier ersten “Marskinder”. Sie sind die erste auf dem roten Planeten geborene Generation. Doch dann gerät ihre Heimat in Gefahr, weil die Besiedlung plötzlich infrage gestellt wird. In ihrem Kampf um ihre Heimat werden sie von einem Computer unterstützt und entdecken, dass der Mars in größerer Gefahr ist, als sie ahnen.

Ich muss gestehen, dass ich noch keinen Roman von Das Marsprojekt gelesen habe, aber da ich ein absoluter Fan von Andreas Eschbach bin, habe ich keinen Zweifel, dass auch diese Bücher von ihm absolut lesenswert sind.

Die Tribute von Panem von Suzanne Collins

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Nachdem Nordamerika weitestgehend zerstört wurde, ist aus den Trümmern das Land Panem entstanden. Es besteht aus 13 Distrikten, die von einer Zentralregierung beherrscht werden. Der Aufstand eines der Distrikte wird vom tyrannischen “Kapitol” brutal niedergeschlagen und der Distrikt vollständig zerstört. Als Mahnung an die Zukunft werden die „Hungerspiele“ eingeführt.

Auch diese Reihe habe ich (noch) nicht gelesen, meine Freundin hat die Bücher aber über Weihnachten in einem Happs verschlungen und war absolut begeistert. Auch auf anderen Blogs und bei Twitter finden sich fast ausnahmslos begeisterte Stimmen. Die Reihe steht daher auch schon auf meinem Lesezettel.

Die Flucht (The Knife of Never Letting Go)

, Teil 1

(Candlewick 2009, 496 Seiten, 978-0763645762)

Rätselhaft, eng und schnell. Lesenswert.

Eigentlich bin ich bei Büchern ja kein Freund von Spontankäufen. Ich habe meistens vorher schon andere Bücher des Autors gelesen, oder mich anhand von Rezensionen schlaugemacht. Aus irgendeinem Grund bin ich diesem Muster bei The Knife of Never Letting Go nicht gefolgt und habe im eBook-Store zugegriffen, nachdem ich über eine sehr kurze Vorstellung in einem Blog gestolpert bin. Und auch wenn mich das Buch nicht von Anfang an überzeugen konnte, habe ich das nicht bereut.

The Knife of Never Letting Go beginnt in einem Dorf. Einem kleinen Dorf, in dem es noch weniger Geheimnisse gibt als in anderen kleinen Dörfern. Denn jeder Mann kann die Gedanken jedes anderen lesen. So entsteht für jeden ein niemals verstummendes Hintergrundrauschen aus den Gedanken und Gefühlen der Menschen um ihn herum. Und noch etwas ist seltsam an dem Dorf: es gibt keine Frauen und so ist Todd das letzte Kind – oder der letzte Junge – der an seinem dreizehnten Geburtstag offiziell zum Mann werden soll. Doch kurz davor stößt er im Wald auf etwas, was es nicht geben kann: Stille; einen Ort an dem kein Rauschen zu hören ist. Und er trifft Viola, ein waschechtes Mädchen, die Quelle dieser Stille, und bevor der Tag rum ist, befinden sich beide auf der Flucht…

Ich muss zugeben, dass es das Buch nicht leicht mit mir hatte: Ich bin weder ein großer Freund von reinen Road Movies und Fluchtgeschichten, noch kann ich mich der Erzählform des „Bewusstseinsstroms“ (Stream of consciousness) viel anfangen. Und beides sind zentrale Elemente dieses Romans von Patrick Ness. So erzählt er die Geschichte rein aus den Gedanken Todds und verwendet daher auch eine nicht ganz saubere Sprache, was das Buch am Anfang ein wenig anstrengend zu lesen macht. Nach einiger Zeit hatten mich die Geschichte und das Rätsel um Prentisstown dann aber so gefangen genommen, dass mich der Strom von Todds Gedanken doch noch mitreißen konnte.

Durch diese Erzählperspektive und den engen Horizont Todds erfährt man nur durch ihn und mit ihm die genaueren Hintergründe dessen, was in seiner Welt passiert. Man rätselt mit ihm, warum der Sohn des Bürgermeisters so versessen darauf ist, ihn zu fangen und hofft und bangt, dass sie in der größten Stadt der Region, Haven, tatsächlich die erhoffte Rettung erwartet. Dieser enge Horizont trägt sicherlich auch dazu bei, dass diese Flucht für den Leser zu einem reinen Tunnelerlebnis wird. Da die Geschichte mit diesem ersten Band der Chaos-Walking-Trilogie nicht abgeschlossen ist, wird mir wohl wenig anderen übrig bleiben, als mir auch noch die anderen beiden Bände zu besorgen.

Wer mit Road Movies und der nicht ganz alltäglichen Erzählperspektive mehr anfangen kann als ich, kann bei der Bewertung gerne auch noch einen oder sogar zwei Punkte dazurechnen. Außerdem könnt ihr euch am Beispiel des ersten Kapitels einen eigenen Eindruck bilden.