Alle Kritiken aus der Reihe Ramses-Zyklus

1Der Sohn des Lichts (La fils de la lumière)
 1Der Sohn des Lichts (Le fils de la lumière)

Alle Berichte zu der Reihe Ramses-Zyklus

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Spannend und lesenswert, wenn man sich für ägyptische Geschichte interessiert, aber mit erzählerischen Schwächen.

Den Roman des französischen Ägyptologen Christian Jacq hatte ich mir schon vor einer halben Ewigkeit zu Gemüte geführt und war damals anscheinend recht begeistert. Da ich damals nicht über Band eins des Ramses-Zyklus hinaus gekommen bin, habe ich mir das Buch im Rahmen der Challenge Der Geschichte auf der Spur noch mal vorgenommen: Es geht um die Jugend des Mannes, der später als Pharao Ramses II. in die Geschichte eingehen wird – sicherlich eine der bekanntesten Figuren aus der ägyptischen Historie. Als jüngerer Sohn des Pharaos Sethos steht er im Schatten seines älteren Bruders, der von Allen als der Nachfolger des beliebten Pharaos akzeptiert wird. Doch nach und nach wird Ramses und nicht sein Bruder in die Geheimnisse der Pharaonen eingeweiht und es bahnt sich eine Überraschung an.

Erster Satz: “Reglos starrte der wilde Stier den jungen Ramses an.

So begeistert wie damals bin ich dieses mal von Roman jedoch nicht gewesen. Zwar ist Jacq sicherlich der kenntnisreichste Autor, der sich bislang dem alten Ägypten angenommen hat, und sein Buch überzeugt durch Authentizität und profundes Hintergrundwissen, kann mich jedoch erzählerisch nur bedingt überzeugen. So ist der Roman im Grunde sehr einfach strukturiert: Jedes Kapitel entspricht einer schlaglichtartig ausgewählten Szene, wie sie in einem Kinofilm durch einen Schnitt voneinander getrennt werden. Dabei sind diese Kapitel recht kurz und die einzelnen Szenen können so keine starke Atmosphäre erzeugen, da sich Jacq auf die Darstellung der Handlung konzentriert. Auch das Verhältnis zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit kam mir irgendwie merkwürdig vor: Während am Anfang des Buchs zwischen den einzelnen Szenen oft nur Minuten oder Tage liegen, werden diese Abstände im weiteren Verlauf des Buchs immer größer, sodass am Ende Zeitsprünge von mehreren Jahren keine Seltenheit mehr sind. So fehlt am Ende ein wenig die Spannung und, da man das Endresultat ohnehin bereits kennt, bleibt es ein: “Wann macht er Ramses denn endlich zu seinem Nachfolger?”.

BC Challenge-Banner Das Buch war für mich der zweite Schritt auf der Challenge Der Geschichte auf der Spur (meine Leseliste) und ich kann damit die Station Frühe Hochkulturen abhaken.

Für Fans historischer Romane eine Pflichtlektüre und auch für Andere durchaus empfehlenswert.

Ramses ist der zweitgeborene Sohn des Ägyptischen Pharaos Sethos. Da Sethos bereits recht alt ist, bereitet sich sein erster Sohn Cenar auf die Übernahme der Amtgeschäfte vor. Weil Sethos aber beginnt, sich seines Sohnes Ramses besonders anzunehmen, keimt in Chenar der Verdacht, Ramses werde zum Nachfolger erzogen. Er setzt nun alles daran, Ramses auszustechen und schreckt selbst vor Mord nicht zurück.

Mehr will ich hier über die Handlung gar nicht schreiben, da sie viele mehr oder weniger überraschende Wendungen aufweist. Jacq gelingt es wunderbar, die Atmoshäre im alten Ägypten einzufangen und den Leser in eine andere Zeit und Welt zu entführen. Er fängt sowohl die staubtrockene Wüste als auch das lebendige Leben am Hofe ein und transportiert beides in das heimische Wohnzimmer. Man fühlt sich geradewegs in die Personen hineinversetzt und versteht ihre Handlungweisen. Das einzige Problem, dass ich bei dem Buch hatte, war, dass ich nie genau wusste, was nun eine historische Tatsache ist und was der Autor zum Zwecke der Story erfunden oder zumindest erdacht hat. Ob Der Sohn des Lichts eine realistische Biographie oder eine gute, spannende und interessante Geschichte ist, weiß ich also nicht zu sagen. Ich weiß aber, dass ich die nächsten Teile auch noch lesen werde.