Alle Kritiken aus dem Genre Historie

A
Ayla und der Clan des Höhlenbären (The Clan of the Cave Bear)
B
Seeing Further (Seeing Further)
C
Das Mädchen mit dem Perlenohrring (Girl with a Pearl Earring)
Sei geweiht der Hölle (Fortune Like the Moon)
 Wer ohne Schuld ist (Girl in a Red Tunic)
Der große Eisenbahnraub (The Great Train Robbery)
 Schwarze Nebel (Eaters of the Dead)
Die Päpstin (Pope Joan)
E
Baudolino (Baudolino)
 Der Name der Rose (Il nome della rosa)
 Die Insel des vorigen Tages (L'isola del giorno prima)
F
Die Kathedrale des Meeres (La Catedral Del Mar)
Die Leopardin (Jackdaws)
 Die Pfeiler der Macht (A Dangerous Fortune)
 Die Pfeiler der Macht (A Dangerous Fortune)
 Die Säulen der Erde (The Pillars of the Earth)
 Mitternachtsfalken (Hornet Flight)
 Sturz der Titanen (Fall of Giants)
G
Der Mann, der das Geld erfand (The Moneymaker)
Der Medicus (The Physician)
 Der Schamane (Shaman)
Der weiße Knochen (The White Bone)
Rausch (Signal & Noise)
Das Theorem des Papageis (Le théorème de perroquet)
Der Alchimist des Kaisers
I
Als wir Waisen waren (When We Were Orphans)
J
Der schwarze Pharao (Le Pharaon Noir)
 Der Sohn des Lichts (Le fils de la lumière)
 Der Sohn des Lichts (La fils de la lumière)
 Die Stätte der Wahrheit
Der Rechenmeister
K
Die Farbe Blau
Die Vermessung der Welt
Wahnsinn, der das Herz zerfrisst
Die Wandlungen des Pran Nath (The Impressionist)
L
Wenn die Nacht am tiefsten
M
Die Reisen des Herrn Baldassare (Le périple de Baldassare)
Rungholts Ehre
Die Todgeweihte
N
Das Montglane-Spiel (The Eight)
R
Galileo’s Dream von Kim Stanley Robinson (Galileo's Dream)
S
Tod im Apothekerhaus
Das Rätsel des Philosophen (La caverna de las ideas)
T
Nur der Tod bringt Vergebung (Absolution by Murder)
 Die Tote im Klosterbrunnen (The Subtle Serpent)

Alle Berichte zum Genre Historie

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Schöner historischer Roman.

Im 14. Jahrhundert wird die Heimat von Bernat und seinem kleinen Sohn Arnaud von einem brutalen Lehnsherrn beherrscht. Bernat flüchtet eines Tages mit Arnaud nach Barcolona, wo sie bei Verwandten Unterschlupf finden, um nach einem Jahr freie Bürger der Stadt werden zu können.

Arnaud wächst in Barcelona auf, beginnt als Lastenträger zu arbeiten und hilft auch beim Bau einer Kathedrale mit.  Langsam steigt Arnaud in den nächsten Jahren zu einem der angesehensten Bürger der Stadt auf, während die Pest den Menschen das Leben schwer macht.

Eine Hauptperson, deren Leben eng mit dem Bau einer Kathedrale verknüpft ist – wer da an Ken Folletts Die Säulen der Erde denkt,liegt gar nicht so falsch. Die Parallelen zwischen den beiden Romanen sind nicht zu übersehen, auch wenn der Ort ein anderer ist.

Insgesamt hat mir Die Kathedrale des Meeres als das erste Werk von Falcones gut gefallen und macht Lust auf mehr. Auch wenn es an der deutschen Übersetzung nichts auszusetzen gibt, ist es doch schade, mangels  Sprachkenntnissen das Original nicht lesen zu können.

Falcones hat hier mit viel historischem Hintergrundwissen einen schönen historischen Roman geschrieben. Die Hauptfigur Arnaud ist überzeigend dargestellt, das Auf und Ab in dessen Leben hat der Autor in eine durchgehend spannende Handlung verpackt. Im offensichtlichen Vergleich zu Die Säulen der Erde muss ich dann aber doch sagen, dass mir der (ältere) Roman Folletts dann doch ein Stück besser gefallen hat.

Galileo's Dream

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(Harper Voyager 2010, 584 Seiten, 978-0-00-726032-4)

Es bleibt ein eindrucksvoller aber irgendwie auch ziemlich verwirrender Roman, dem leider außerhalb der abgewandelten Biografie Galileis ein wirklicher Spannungsbogen fehlt.

Galileo Galilei hat mich schon immer fasziniert: Er gilt heute als eine der zentralen Personen der Wissenschaftsgeschichte und war seiner Zeit wahrlich um ein paar Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte voraus. Als Erfinder der strengen wissenschaftlichen Methode und einer der Ersten, die die empirische Beobachtung zu einem zentralen Aspekt der Wissenschaft gemacht haben, verdanken wir ihm wahrscheinlich viel mehr, als uns bewusst ist. Eine ganz besondere Erklärung, warum Galilei zu dem Genie wurde, das er war, liefert nun der in Deutschland zu Unrecht ziemlich unbekannte Science-Fiction-Autor Kim Stanley Robinson: Auf dem Handwerkermarkt von Venedig spricht ein Fremder Galilei an und berichtet von einer erstaunlichen Erfindung: einem Rohr, durch das ferne Gegenstände nah erscheinen. Diese Idee nimmt Galilei gefangen und so macht er sich daran, ebenfalls ein solches Gerät zu entwickeln. Bereits nach kurzer Zeit und mit der Hilfe seines Assistenten Mazzoleni gelingt es ihm, ein occhialino zu bauen, das Dinge 20-fach vergrößern kann. Seine erste Anwendung dafür wird die Beobachtung des Sternenhimmels und schon bald fasziniert ihn insbesondere der Jupiter. Er entdeckt, dass dieser genau wie die Erde einen Mond zu haben scheint. Sogar nicht nur einen, sondern vier. Als wäre dies nicht schon Aufregung genug, tritt kurz darauf der Fremde vom Markt wieder an ihn heran und stellt ihm ein ganz spezielles occhialino vor. Als Galileo hindurchblickt, findet er sich unversehens auf dem Jupitermond Europa wieder und soll dort in einer wissenschaftlichen Streitfrage schlichten. In der Folgezeit pendelt er immer wieder zwischen Florenz, seinem neuen Wohnort, Rom, wo er seine Lehren und Erkenntnisse vor der Kirche verteidigen muss, und den Jupitermonden, auf denen er in einen Streit darüber gerät, wie die Monde und ein mysteriöses Wesen im Inneren von Europa erforscht werden sollen.

Es ist dir nicht zu verdenken, wenn du dich von dieser Inhaltsangabe eher verwirrt fühlst, denn die Konstellation, die sich Robinson hier ausgedacht hat, ist wirklich ziemlich ungewöhnlich. Da ist auf der einen Seite Galileo Galilei, der geniale Wissenschaftler mit seinem Haushalt, seinen Studenten, seiner ungeliebten Frau, seiner verhassten Mutter und den beiden Assistenten Mazzoleni und Cartophilius. Er ist zwar genial, kann sich aber in den politischen Ränkespielen und Intrigen sowie der politischen Großwetterlage kurz vor dem 30-jährigen Krieg nicht orientieren. Blind rennt er seiner Idee und seiner Überzeugung hinterher und übersieht dabei, dass in der Kirche andere Gesetze gelten als in der Wissenschaft. Das gute Argument oder die bessere Methode werden hier nicht als willkommener Fortschritt, sondern als Häresie verstanden. Den Höhepunkt seiner Vermessenheit gegenüber der Kirche erreicht er an dem Punkt, an dem er seine Theorien als eine Verbesserung der katholischen Interpretation der Heiligen Schrift ausgibt. Gleichzeitig entwickelt sich in ihm aber auch eine tiefe Liebe zu seiner älteren Tochter, die er zusammen mit ihrer Schwester in einem armen Kloster untergebracht hat.

Auf der anderen Seite stehen Hera und Ganymed, Einwohner der Jupitermonde, die Galilei in ihren Konflikt einbeziehen: Ganymed will eine Expedition in das Innere des Mondes Europa mit Galileis Hilfe unbedingt verhindern, scheitert aber an Hera, deren genaue Rolle leider nicht ganz klar wird. Gleichzeitig erhält Galilei in einer Hypnoschulung alles mathematische und physikalische Wissen vermittelt, welches die Menschen seit seiner Zeit erworben haben. Dabei erkennt er die komplexen Zusammenhänge zwischen dem Verhältnis von Religion und Wissenschaft auf der einen Seite und Frieden und Wohlstand auf der anderen.

Ich muss gestehen, dass ich aus diesem Buch nicht ganz schlau geworden bin. Auf der einen Seite ist es eine spannend und atmosphärisch geschriebene Biografie von Galileo Galilei, die sein Leben und seinen (möglichen) Charakter wunderbar einfängt. Gerade die Diskrepanz zwischen seiner wissenschaftlichen Genialität und seinen politischen und menschlichen Schwächen arbeitet Robinson sehr fein heraus. Dann ist da aber auch noch die Science-Fiction-Komponente, von der ich nicht so genau weiß, was ich von ihr halten soll. Es ist schon spannend und äußerst skurril zu sehen, wie Galilei versucht, die Technik und Wissen der Zukunft zu verstehen und mit seinem Weltbild in Einklang zu bringen. Gleichzeitig kommt mir dieser Teil aber merkwürdig unvollständig und vom Rest der Geschichte losgelöst vor. Vor allem da Galilei vor seiner Rückkehr in seine Zeit meist ein Mittel bekommt, das ihn seinen Aufenthalt vergessen lässt, fehlt mir irgendwie die Verbindung zwischen diesen beiden Ebenen innerhalb der Handlung. Von außen betrachtet zeigt diese Parallelität jedoch schön auf, dass Konflikte um die Frage, wie weit die Wissenschaft gehen darf, nicht nur eine Frage der Vergangenheit sind.

Es bleibt ein eindrucksvoller aber irgendwie auch ziemlich verwirrender Roman, dem leider außerhalb der abgewandelten Biografie Galileis ein wirklicher Spannungsbogen fehlt. Damit wird Galileo’s Dream zu einer seltsamen Mischung aus Historie und Science-Fiction, mit wenig Spannung aber viel Atmosphäre, einigen guten Ideen und einer faszinierend gezeichneten Hauptfigur.

Das Buch war für mich gleichzeitig der vierte Schritt auf der Challenge Der Geschichte auf der Spur (meine Leseliste) und ich kann damit die Station Frühe Neuzeit abhaken.

Seeing Further

(Harper Collins 2010, 496 Seiten, 978-0007302567)

Lehrreiche und unterhaltsame Artikelsammlung zur Geschichte der modernen Wissenschaft, die stark anfängt, aber leider deutlich nachlässt.

Vor 350 Jahren wurde in London die Royal Society gegründet. Eine Einrichtung, die sich noch heute dem (natur)wissenschaftlichen Fortschritt verschrieben hat und diesen auch dem Laien verständlich vermitteln will. Dementsprechend gibt es kaum jemand, der besser geeignet wäre, die Geschichte dieser ehrwürdigen Gesellschaft zu erzählen, als Bill Bryson, der mit seinem Eine kurze Geschichte von fast allem bewiesen hat, dass er komplexe Materie anschaulich und unterhaltsam vermitteln kann; auch wenn mich dieses Buch damals erst als Hörbuch wirklich überzeugen konnte. In Seeing Further hat Bryson aber auch nicht selbst zur Tastatur gegriffen, sondern trägt 21 Essays unterschiedlicher Autoren zusammen, die sich im englischsprachigen Raum anscheinend einen Namen als Wissenschaftsjournalisten oder -autoren gemacht haben. Dem deutschen Publikum sind davon wahrscheinlich nur Margaret Atwood, Neal Stephenson, Richard Dawkins bekannt und vielleicht noch Ian Stewart und dem Science-Fiction-Fan Gregory Benford.

Das Buch beginnt, wie könnte es anders sein, mit den Anfängen der Akademie, den Entdeckungen Isaac Newtons und der Entstehung des modernen Verständnisses von Wissenschaft. Es endet mit Gedanken zum Klimawandel und der Stringtheorie. Dabei wird sehr deutlich, dass sich Bryson als Herausgeber nicht sonderlich bemüht hat, den einzelnen Beiträgen einen konsistenten Rahmen zu geben, sondern diese eher für sich stehen lässt. Der Stil des einzelnen Autors wird dadurch sehr deutlich und so ist es natürlich wieder einmal Neal Stephenson der sich nicht lumpen lässt und den Streit zwischen Newton und Leibnitz sehr anschaulich und unterhaltsam aber auch gleichzeitig anspruchsvoll seziert – sicherlich einer der intellektuell hochwertigsten wissenschaftlichen Dispute der Wissenschaftsgeschichte und für mich das Highlight dieses Bandes.

Auch die anderen Artikel zu Newton, dem Aufkommen der modernen Wissenschaft und den Anfängen der Royal Society sind gleichzeitig lehrreich und unterhaltsam. Sie fangen die Atmosphäre und den Aufbruchsgeist dieser Zeit wunderbar ein und rekonstruieren zugleich die Rolle der Royal Society als Dreh- und Angelpunkt der britischen, wenn nicht sogar der europäischen, Wissenschaftsgeschichte. Im hinteren Teil verliert das Buch ein wenig seine Form und die Themen erscheinen wesentlich beliebiger ausgewählt. Die Texte beschäftigen sich zwar mit der Entwicklung der Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten, verlieren aber die Royal Society ein wenig aus dem Auge und können auch atmosphärisch nicht so fesseln. Die Autoren stellen hier nicht mehr Personen in den Mittelpunkt, sondern Ideen und Entdeckungen, die eher abstrakt bleiben und daher nicht wirklich fesseln können, sondern lediglich auf der intellektuellen Ebene anregen. Damit verpasst dieser Sammelband leider die Chance, auch der modernen Wissenschaft ein Gesicht zu geben und die Menschen und Leidenschaften hinter den Ideen eindrucksvoll zu präsentieren.

So bleibt Seeing Further eine Sammlung typischer journalistischer Artikel über wissenschaftliche Themen: Ältere Entdeckungen und Ideen werden anhand von Personen und Leidenschaften vorgestellt und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Moderne Gedanken hingegen werden abstrakt und allgemein erläutert und lassen mich damit merkwürdig kalt.

Wahnsinn, der das Herz zerfrisst

(Goldmann 1990, 276 Seiten, 3-442-09729-0)

Gut erzählt, aber mit wenig Atmosphäre

Tja, so kann es gehen, wenn man ein Buch im Rahmen eines Lesemarathons zwischen zwei anderen einfach mal so verschlingt und dann zu lange damit wartet, die Rezension zu schreiben. Ich weiß nicht mehr viel über das Buch zu sagen. Dass ich es innerhalb weniger Stunden weggefressen habe, könnte darauf hinweisen, dass ich total begeistert war, meine Erinnerung ist da aber ein wenig skeptischer. Tanja Kinkel hat zwar auch jeden Fall wieder zeigen können, dass sie schreiben kann, die Handlung hat mich jedoch nicht so fesseln können, wie beispielsweise in Die Puppenspieler.

Inhaltlich geht es in dieser Romanbiografie um den britischen Dichter Lord Byron, seine Karriere und seinen Kampf mit der Liebe zu seiner Halbschwester. Diese ist es, die ihn antreibt und die ihm gleichzeitig in turbulenten Zeiten gleichzeitig Ruhepol und beste Freundin ist. Das England des auslaufenden 18. und des beginnenden 19. Jahrhunderts ist für die Liebe, die beide füreinander empfinden kein Platz.

Wie schon gesagt hat Tanja Kinkel auch hier wieder ihr Schreibtalent unter Beweis gestellt. Sie schreibt flüssig und unterhaltsam und es gelingt ihr, die Atmosphäre und moralische Enge der Zeit einzufangen. Sie zeigt auf, wie Byron an den Moralvorstellungen verzweifelt und sie ihn auf eine Wanderschaft durch Europa treiben. Doch fesselnd fand ich das Buch irgendwie nicht. Es hatte für mich nicht diesen Zauber, dieses Flair, das gerade für historische Romane so eminent wichtig ist.

BC Challenge-Banner Das Buch war für mich der dritte Schritt auf der Challenge Der Geschichte auf der Spur (meine Leseliste) und ich kann damit die Station Zeiten des Umbruchs abhaken.

Ken Follett

Science-Fiction Kurzgeschichten

Als ich vor ein paar Monaten mitbekam, dass eines meiner Lieblingsbücher, Die Säulen der Erde von Ken Follett, verfilmt wird, war ich eher skeptisch. Eine solch komplexe und umfangreiche Story in einem aufwendigen historischen Setting in einer Fernsehproduktion umzusetzen, stellte ich mir äußerst schwierig vor.

Nachdem ich am Montag aber den ersten Teil in der deutschen Übersetzung auf SAT1 gesehen habe, muss ich sagen, dass ich positiv überrascht bin. In den ersten zwei von insgesamt acht Stunden halten die Filmemacher sich ziemlich eng an das Buch, auch wenn sie die Dramaturgie an einigen Stellen ein wenig umstellen und an der ein oder anderen Stelle die Geschehnisse ein wenig stärker dramatisieren, als das im Buch der Fall war. Die Kulissen sind auf jeden Fall sehr aufwendig und passend und auch die Schauspieler passen ganz gut in ihre Rollen, auch wenn sie nicht immer meinem Bild von der jeweiligen Figur entsprechen.

Wer die erste Folge gesehen hat, wird ohnehin schon wissen, dass es sich wahrscheinlich lohnen wird, auch die nächsten drei Montagabende von dem Fernseher zu sitzen. Wer sie verpasst hat, hat jedoch noch die Chance, sie sich im Internet anzusehen: SAT1

Weitere Links

Spannend und lesenswert, wenn man sich für ägyptische Geschichte interessiert, aber mit erzählerischen Schwächen.

Den Roman des französischen Ägyptologen Christian Jacq hatte ich mir schon vor einer halben Ewigkeit zu Gemüte geführt und war damals anscheinend recht begeistert. Da ich damals nicht über Band eins des Ramses-Zyklus hinaus gekommen bin, habe ich mir das Buch im Rahmen der Challenge Der Geschichte auf der Spur noch mal vorgenommen: Es geht um die Jugend des Mannes, der später als Pharao Ramses II. in die Geschichte eingehen wird – sicherlich eine der bekanntesten Figuren aus der ägyptischen Historie. Als jüngerer Sohn des Pharaos Sethos steht er im Schatten seines älteren Bruders, der von Allen als der Nachfolger des beliebten Pharaos akzeptiert wird. Doch nach und nach wird Ramses und nicht sein Bruder in die Geheimnisse der Pharaonen eingeweiht und es bahnt sich eine Überraschung an.

Erster Satz: “Reglos starrte der wilde Stier den jungen Ramses an.

So begeistert wie damals bin ich dieses mal von Roman jedoch nicht gewesen. Zwar ist Jacq sicherlich der kenntnisreichste Autor, der sich bislang dem alten Ägypten angenommen hat, und sein Buch überzeugt durch Authentizität und profundes Hintergrundwissen, kann mich jedoch erzählerisch nur bedingt überzeugen. So ist der Roman im Grunde sehr einfach strukturiert: Jedes Kapitel entspricht einer schlaglichtartig ausgewählten Szene, wie sie in einem Kinofilm durch einen Schnitt voneinander getrennt werden. Dabei sind diese Kapitel recht kurz und die einzelnen Szenen können so keine starke Atmosphäre erzeugen, da sich Jacq auf die Darstellung der Handlung konzentriert. Auch das Verhältnis zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit kam mir irgendwie merkwürdig vor: Während am Anfang des Buchs zwischen den einzelnen Szenen oft nur Minuten oder Tage liegen, werden diese Abstände im weiteren Verlauf des Buchs immer größer, sodass am Ende Zeitsprünge von mehreren Jahren keine Seltenheit mehr sind. So fehlt am Ende ein wenig die Spannung und, da man das Endresultat ohnehin bereits kennt, bleibt es ein: “Wann macht er Ramses denn endlich zu seinem Nachfolger?”.

BC Challenge-Banner Das Buch war für mich der zweite Schritt auf der Challenge Der Geschichte auf der Spur (meine Leseliste) und ich kann damit die Station Frühe Hochkulturen abhaken.