Kaum stelle ich mir mal wieder die Frage, ob ich eigentlich in Zukunft eher auf Deutsch oder auf Englisch lesen möchte, liefert Florian Breitsameter ein gewichtiges Argument für die Originalsprache. Vergleicht einfach mal den ersten Abschnitt aus Alfred Besters Der brennende Mann:

This was a Golden Age, a time of high adventure, rich living, and hard dying… but nobody thought so. This was a future of fortune and theft, pillage and rapine, culture and vice… but nobody admitted it. This was an age of extremes, a fascinating century of freaks… but nobody loved it.
Es war ein goldenes Zeitalter. Es war reich an Abenteuern, voll süßen Lebens und bitteren Sterbens – doch niemand erkannte das an. Es förderte Reichtum und Diebstahl, Raub und Plünderung, Kultur und Laster – doch niemand mochte das zugeben. Es war eine Epoche der Extreme, ein Jahrhundert faszinierender Ungeheuer – doch gab es niemand, der es liebte.

Da liegen dann doch ein paar Welten zwischen, selbst wenn die deutsche Übersetzung keineswegs schlecht ist.

Allen Fantasy-Fans steht dieses Jahr ein besonderer Leckerbissen ins Haus: Nach mehr als fünf Jahren Wartezeit steht hoffentlich endlich der fünfte Band des zur Zeit besten Fantasy-Zyklus in den Regalen: Das Lied von Eis und Feuer von George R.R Martin. Ich hab mich vor Jahren zwar schon mal durch die ersten beiden Bände gewühlt und war wirklich begeistert, vermute aber, dass ich mich nicht mehr wirklich an die Handlung erinnern kann; zu komplex ist die Handlung und zu vielschichtig die Figuren. Also fang ich wohl am besten nochmal von vorne an. Ich erinner mich aber noch, dass es doch recht anstrengend war, sich auf Englisch durch die dichte Handlung und die recht komplexe Sprache von Martin zu graben und dann ist zu allem Unglück auch gerade bei Blanvalet eine Neuauflage der Reihe erschienen, die echt schick aussieht. Und nun stellt sich mit die Frage, die sicherlich manchen Fantasy- oder Science-Fiction-Fan plagt: Deutsch oder Englisch?

Ich lese und schreibe regelmäßg Fachtexte auf Englisch, habe aber irgendwie das Gefühl, dass ich mich beim deutschen Lesen viel besser entspannen kann und stärker im Buch versinke. Gleichzeitig geht durch die Übersetzung natürlich immer etwas verloren, da das Übersetzen zwangsläufig immer eher ein Nacherzählen ist, als ein wörtliches Übertragen in eine andere Sprache. Und dann ist da noch die manchmal doch ziemlich nervige Politik der deutschen Verlage: da werden Bücher entzweigespalten, Reihen nicht fortgesetzt, Ausgaben nicht einheitlich gestaltet und Namen übermäßig eingedeutscht (wie zum Beispiel in der neuen George R. R Martin-Ausgabe); nicht zu vergessen der spätere Veröffentlichungstermin. Und es ist mitterlweile so einfach, die englischen Orginale gleich am Veröffentlichungstermin in der Hand zu halten und auch die wesentlich größere Auswahl englischer eBooks bekommt man im richtigen Shop (noch) ohne Probleme. Da ist die Versuchung echt groß.

Wie ist das bei euch? Lest ihr überhaupt auf Englisch? Oder sogar absolut nicht auf Deutsch? Wonach entscheidet ihr, welche Sprache bei einem Buch „dran“ ist?

April 2010

Ein eBook Reader? Nein, so was kommt mir nicht in die Tüte. Ich verbring doch ohnehin schon den ganzen Tag vor einem Bildschirm und da sind Bücher, die auf echtem Papier gedruckt sind, echt entspannend. Außerdem: Ich sammle doch meine Bücher und es ist einfach zu befriedigend, nach ein paar Lesestunden, das Buch wieder zuklappen zu können und zu spüren, dass ich wieder ein Buch zu Ende gelesen habe. Auch die Titelbilder und die Gestaltung der gedruckten Bücher würden mir fehlen und das Gefühl, ein eingeschweißtes Buch zu öffnen und ersteinmal durchzublättern, den Klappentext zu lesen und nach Karten oder Ähnlichem Ausschau zu halten.

Mai 2010

Puh, meine übervollen Bücherregale bin ich ja mittlerweile schon irgendwie leid. Sie stehen hier einfach im Flur rum und sehen voll aus. Ich nehme einzelne Bücher mittlerweile ja kaum noch wahr und besonders schöne Ausgaben gehen in der Flut von Standardware unter. Und wenn ich erst an den nächsten Umzug denke: Wieder dreißig Bananenkartons mit Büchern vollpacken und durch die Gegend schleppen – vielleicht sogar noch in den vierten Stock? Nein danke!

Oh, von Asimov’s Science Fiction gibt es ja auch eine eBook-Version. Das ist in Deutschland ja sonst nur im Abo zu bekommen. Auch andere Bücher bekommt man aus den USA und England ja ganz einfach, wenn man sie als eBook runterladen kann. Und teilweise sogar richtig preiswert.

August 2010

Der Urlaub war ja mal echt toll, nur das ganze Geschleppe mit dem vollen Rucksack hat mich echt genervt. Da fährt man eigentlich nur eine Woche weg und muss trotzdem seinen halben Hausstand mitschleppen, nur um genug Lesestoff für die faule Zeit zu haben. Naja, lässt sich wohl nicht ändern.

September 2010

Hmm, die Rezensionen von dem neuen Sony-Reader lesen sich ja echt nicht schlecht. Soll wohl das erste wirklich ausgereifte Gerät sein und das aktuellste Display haben: mit starkem Kontrast und fast so wie auf Papier gedruckt; die Screenshots und Videos sehen ja auch verdammt gut aus. Und auch für PDF-Dateien soll es das beste Gerät auf dem Markt sein. Und davon hab ich ja schon so einige auf meinem Rechner rumfliegen…

Das Angebot an deutschen eBooks hält sich ja immer noch in Grenzen, aber immerhin werden viele Neuerscheinungen zeitgleich als eBook aufgelegt. Der Preis scheint ja auch vertretbar zu sein. Meist auf dem Niveau des entsprechenden gedruckten Buchs oder sogar ein wenig darunter. Wenn nur dieser ätzende Kopierschutz bei vielen Büchern nicht wäre…

Oktober 2010

Na gut. Bestellt.

Da ist das gute Teil ja. Ist ja doch ein wenig klein geraten. Jetzt muss ich es wohl erstmal an meinen Rechner hängen, um es aufzuladen. Ätz. Will ausprobieren! Oh, ist ja schon teilweise aufgeladen.

Die Reader Library von Sony macht ja nicht gerade den besten Eindruck. Naja, muss ich ja nur für die geschützten Bücher nutzen. Gab es da nicht so ein kostenloses Programm, das einem immer empfohlen wird? Ach ja: Calibre.

Das fühlt sich wirklich fast so an, wie in einem Buch zu lesen. Und ich brauche nur eine Hand, um das Ding zu halten und zu blättern. Sehr cool. Zu klein ist der Bildschirm auch nicht. Passt zwar weniger drauf als auf eine typische Taschenbuch-Seite, aber es stört nicht. PDFs bricht der ja auch halbwegs vernünftig um.

November 2010

Das macht ja immer mehr Spaß mit dem Teil. Aber wenn ich das immer mit mir rumtragen will, sollte ich mir aber mal was suchen, damit der klasse Bildschirm nicht leidet. Was ist denn mit dem Zubehör von Sony selbst? Sieht zwar ganz nett aus, ist mir aber zu teuer. 34€ für eine Hülle? Ok, aus Leder, aber trotzdem… Mal schauen, was es bei Dawanda gibt: Der Stoff ist ja cool. Und man kann ihn sich auch noch maßschneidern lassen. Für 16€. Her damit!

Jetzt will ich aber doch mal ausprobieren, wie das mit den englischen eBooks klappt. Mit den deutschen war das ja einfach. Schauen wir doch mal, was es da so gibt. Das klingt ja mal spannend: Seeing Further, herausgegeben von Bill Bryson. Also schnell anmelden und herunterladen.

Wie? „Cannot be sold outside the United States?“ Was soll das denn? Beim zweiten Shop auch nicht. Und beim dritten. Was ist denn das für ein Scheiß? Die Papierbücher schicken sie mir doch auch gerne. Oh, beim vierten Shop klappt es dann doch. Na Gott sei Dank. Was ist das denn wieder für eine bekloppte Regelung? Naja, hab ja doch noch nen Weg gefunden, für das Buch zu bezahlen…

Dezember 2010

Hmm… Irgendwie fühlt sich das Lesen auf dem Reader anders an, als das in einem Buch. Irgendwie lese ich bewusster und langsamer. Kann das daran liegen, dass nicht so viel Text auf einer Seite ist? Dass ich auch beim langsamen Lesen häufiger das Erfolgserlebnis Umblättern habe? Interessant.

Aber dieser physische Aspekt an einem Buch, etwas in der Hand zu haben, etwas zu spüren und anfassen zu können, fehlt mir da doch ein wenig. Naja, sagt ja keiner, dass ich nur noch elektronisch lesen muss. Aber es wird ein Teil meines Lesealltags werden. Gerade unterwegs oder um immer ein Buch dabeihaben zu können.

Besonders schöne Bücher stelle ich mir aber weiter ins Regal.

Damit mir in der nächsten Woche nicht langweilig wird und ich auch die insgesamt bestimmt 30 Stunden in Autos und (hoffentlich) Zügen überstehe, habe ich mir gerade eine Batterie neuer Bücher auf meinen Reader geladen:

Who Fears Death von Nnedi Okorafor

In a far future, post-nuclear-holocaust Africa, genocide plagues one region. The aggressors, the Nuru, have decided to follow the Great Book and exterminate the Okeke. But when the only surviving member of a slain Okeke village is brutally raped, she manages to escape, wandering farther into the desert. She gives birth to a baby girl with hair and skin the color of sand and instinctively knows that her daughter is different. She names her daughter Onyesonwu, which means „Who Fears Death?“ in an ancient African tongue. Reared under the tutelage of a mysterious and traditional shaman, Onyesonwu discovers her magical destiny-to end the genocide of her people. The journey to fulfill her destiny will force her to grapple with nature, tradition, history, true love, the spiritual mysteries of her culture-and eventually death itself.

The Element von Ken Robinson

The Element is the point at which natural talent meets personal passion. When people arrive at the Element, they feel most themselves and most inspired and achieve at their highest levels. With a wry sense of humor, Ken Robinson looks at the conditions that enable us to find ourselves in the Element and those that stifle that possibility. Drawing on the stories of a wide range of people, including Paul McCartney, Matt Groening, Richard Branson, Arianna Huffington, and Bart Conner, he shows that age and occupation are no barrier and that this is the essential strategy for transform­ing education, business, and communities in the twenty-first century.

The Knife of Never Letting Go von Patrick Ness

This is an unflinching novel about the impossible choices of growing up, by an award-winning writer.Imagine you’re the only boy in a town of men. And you can hear everything they think. And they can hear everything you think. Imagine you don’t fit in with their plans…Todd Hewitt is just one month away from the birthday that will make him a man. But his town has been keeping secrets from him. Secrets that are going to force him to run…

Die Erbin der Welt von N.K Jemisin

Natürlich befolgt Yeine Darr den Befehl ihres Großvaters, sich unverzüglich aus der Provinz zu seinem Palast zu begeben. Schließlich ist er der Herrscher über die ganze Welt. Doch als er sie zu seiner dritten Erbin ernennt, befindet sie sich unvermutet inmitten tödlicher Palastintrigen. Ihre einzige Hoffnung auf Überleben ist ein Bündnis mit Nahadoth – dem zwar versklavten, aber immer noch ebenso mörderischen wie verführerischen Gott der Finsternis.

Auch beim zweiten Lovelybooks-Lesemarathon bin ich wieder mit von der Partie. Und da es in zehn Minuten losgeht, bleibt  mir leider nicht mehr viel Zeit für eine Einleitung, sondern nur kurz für meine ersten ausgewählen Bücher:

15:05 Uhr: Nach sechs Stunden lesen (inkl. einer kleinen Mittagspause) habe ich jetzt das erste Buch hinter mir: Wahnsinn, der das Herz zerfrisst von Tanja Kinkel. Ich muss gestehen, dass es mich nicht vom Hocker gerissen hat und ich ganz froh bin, es an den Anfang gesetzt zu haben. Ich bin nämlich nicht sicher, ob es heute Abend gegen meine Müdigkeit angekommen wäre. Jetzt gibt es als Zwischenspiel einen Text von Johannes Kepler in dem Buch Von Gilgamesch bis Hawthorne von James Gunn und dann geht es an Whispers of the Dead von Simon Beckett.

19:01 Uhr: Neun Stunden un ich fühl mich immer noch fit. In dem Beckett-Buch bin ich mittlerweile irgendwo in den späten zweihunderten und es lohnt sich genau wie die ersten beiden Bände. Und da es gleich Abendessen gibt, muss ich jetzt schnell noch ein paar Seiten fressen…

22:15 Uhr: Auch nach 13 Stunden und jetzt zwei beendeten Büchern fühl ich mich immer noch fit und wach. Also auf zum nächsten Buch!

01:02 Uhr: Noch hält mich Die Flusswelt der Zeit von Philip José Farmer gut wach. Eine Stunde geht also auf jeden Fall noch.

01:56 Uhr: Wie schon letztes Mal, ist auch jetzt wieder gegen zwei für mich Schluss. Nach 17 Stunden Brutto-Lesezeit (13 Stunden netto) hab ich 1030 Seiten in vier verschiedenen Büchern hinter mir. Das macht eine Quote von 60,6 Seiten pro Stunde (brutto) bzw. 79,2 (netto). Keine schlechte Ausbeute. Ausführliche Rezensionen zu den gelesenen Büchern gibt es dann demnächst an dieser Stelle. Gute Nacht.

An dieser Stelle wird es im Laufe des Tages immer mal wieder kleine Updates geben. Mehr vom Marathin live bei Twitter: @weltenkreuzer und #lblm.

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Nur ein paar Tage zu spät habe ich mich jetzt mal durch unsere Bücherregale gewühlt und im Netz gestöbert, um euch die versprochene Leseliste für die Challenge Der Geschichte auf der Spur vorstellen zu können:

Ur- und Frühgeschichte: Der Sohn des Lichts von Christian Jacq

Antike: Imperium von Robert Harris

Sagen: Rheingold von Stephan Grundy

Frühes Mittelalter: Die Päpstin von Donna W Cross

Spätmittelalter: Rungholts Sünde von Derek Meister

Kreuzzüge: Der Kreuzritter: Aufbruch von Jan Guillou

Zeiten des Umbruchs: Wahnsinn, der das Herz zerfrisst von Tanja Kinkel

Frühe Neuzeit: Galileo’s Dream von Kim Stanley Robinson

Kolonialisierung: Cane River von Lalita Tademy

Erster Weltkrieg: Sturz der Titanen von Ken Follett

Zweiter Weltkrieg: Stadt der Diebe von David Benioff

Den Anfang wird ganz sicher der neue Follett machen, der schon neben meinem Lesesessel auf mich wartet.

Es ist schon irgendwie merkwürdig: Da kauft man sich ein Buch, hat es nach ein paar Tagen ausgelesen und sortiert es dann fein säuberlich ins Regal ein: Fantasy, Autor mit H. Alles klar. Da steht das Buch dann tagein, tagaus. Es staubt ein wenig zu und wird ab und an von Gästen kurz betrachtet, hat aber ansonsten nicht mehr viel von seinem Leben. Lesen werde ich es wohl nicht mehr und so fällt es mir meist nur dann in die Hände, wenn ich mein Regal mal wieder umsortiere oder ein Umzug ansteht. Andererseits geben ein paar volle Regale eine wunderbare Sammlung ab und wirken doch immer wieder recht beeindruckend, wenn man mal darüber nachdenkt, was man schon so alles gelesen hat. Auch die Erinnerungen, die mit dem einen oder anderen Buch verknüpft sind, kommen dann mal kurz auf, fallen aber schnell wieder dem Alltag zum Opfer.

Was macht man also mit so einer Ansammlung von Büchern, totem Holz und Druckerschwärze? Da ich in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch das eine oder andere Mal umziehen werde und mir generell vorgenommen habe, den physischen Kram, den ich so besitze ein wenig (oder auch ein wenig mehr) zu reduzieren, habe ich jetzt auch mal angefangen, ein wenig in meinen Büchern zu kramen und das ein oder andere auszusortieren. Nicht, weil sie mir nicht gefallen hätten, sondern weil ich weiß, dass ich sie nicht noch einmal lesen werde und mein Leben sich ohne sie nicht bedeutend verschlechtern wird. Natürlich wird am Ende dieses Prozesses immer noch eine ansehnliche Sammlung unseren Flur oder mein Zimmer zieren, aber es müssen ja nicht unbedingt drei zweireihig besetzte Billy-Regale sein.

Da ich (vernünftige) Bücher aber niemals wegwerfen könnte, werde ich sie auf unterschiedlichen Wegen einer sinnvollen Zweitverwertung zuführen. Und daher wird es in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder ein paar Bücher aus meiner Sammlung bei Tauschticket zu ertauschen geben. Schaut also mal vorbei und stöbert ein wenig rum, vielleicht ist ja was für euch dabei:

Weltenkreuzer bei Tauschticket