Unterdurchschnittlich gelungener Brunetti-Roman.

An einem schönen Frühlingstag fährt der venezianische Commissario Brunetti mit seinem Assistenten Vianello aufs Festland, um dort einen Freund Vianellos zur Hilfe zu kommen. Dieser wurde bei einer Demonstration vor einer Fabrik verhaftet.

Einige Zeit später wird in einer Glasfabrik in Murano ein Glasbläser ermordet aufgefunden. Brunetti bekommt den Fall und muss untersuchen, was der Mord mit Familienstreitigkeiten oder der Entsorgung giftiger Abfälle aus der Glasproduktion zu tun hat.

Through a Glass, Darkly ist der 15. Kriminalroman Donna Leons mit Guido Brunetti, dem venezianischen Kommissar.

Gut gefallen hat mir, dass die Autorin sich mit dem Aufbau der Handlung Zeit lässt und eine ausführliche Vorgeschichte erzählt, bis erst auf Seite 166 der Mord erwähnt wird. Ebenfalls gut fand ich, dass die Personen um Brunetti herum – seine Familie und insbesondere sein langjähriger Kollege Vianello – in den späteren Brunetti-Romanen stärkere Konturen gewinnen als in den ersten Werken Leons.

Von der Handlung her ist Through a Glass, Darkly hingegen allenfalls Durchschnitt. Die Idee, die Geschichte um Glasfabriken herum spielen zu lassen, ist ganz gut und scheint auch ordentlich recherchiert zu sein, aber dem Roman fehlt ein bisschen die Spannung. Auch bei den sonst sehr lesenswerten Dialogen Brunettis mit Zeugen, Verdächtigen und Kollegen bleibt hier irgendwie der Eindruck, vieles schon einmal gelesen zu haben.

Insgesamt scheint mir Through a Glass, Darkly nicht gerade der Höhepunkt der Brunetti-Reihe zu sein.

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