Wahnsinn, der das Herz zerfrisst

(Goldmann 1990, 276 Seiten, 3-442-09729-0)

Gut erzählt, aber mit wenig Atmosphäre

Tja, so kann es gehen, wenn man ein Buch im Rahmen eines Lesemarathons zwischen zwei anderen einfach mal so verschlingt und dann zu lange damit wartet, die Rezension zu schreiben. Ich weiß nicht mehr viel über das Buch zu sagen. Dass ich es innerhalb weniger Stunden weggefressen habe, könnte darauf hinweisen, dass ich total begeistert war, meine Erinnerung ist da aber ein wenig skeptischer. Tanja Kinkel hat zwar auch jeden Fall wieder zeigen können, dass sie schreiben kann, die Handlung hat mich jedoch nicht so fesseln können, wie beispielsweise in Die Puppenspieler.

Inhaltlich geht es in dieser Romanbiografie um den britischen Dichter Lord Byron, seine Karriere und seinen Kampf mit der Liebe zu seiner Halbschwester. Diese ist es, die ihn antreibt und die ihm gleichzeitig in turbulenten Zeiten gleichzeitig Ruhepol und beste Freundin ist. Das England des auslaufenden 18. und des beginnenden 19. Jahrhunderts ist für die Liebe, die beide füreinander empfinden kein Platz.

Wie schon gesagt hat Tanja Kinkel auch hier wieder ihr Schreibtalent unter Beweis gestellt. Sie schreibt flüssig und unterhaltsam und es gelingt ihr, die Atmosphäre und moralische Enge der Zeit einzufangen. Sie zeigt auf, wie Byron an den Moralvorstellungen verzweifelt und sie ihn auf eine Wanderschaft durch Europa treiben. Doch fesselnd fand ich das Buch irgendwie nicht. Es hatte für mich nicht diesen Zauber, dieses Flair, das gerade für historische Romane so eminent wichtig ist.

BC Challenge-Banner Das Buch war für mich der dritte Schritt auf der Challenge Der Geschichte auf der Spur (meine Leseliste) und ich kann damit die Station Zeiten des Umbruchs abhaken.

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