Tote lügen nicht (Déjà Dead)

, Teil 1

(Pocket Star 1998, 532 Seiten, 0-671-01136-7)

Von der Idee her ganz gut - aber leider viel Action und nichts dahinter.

Die kanadische Gerichtsmedizinerin Dr. Tempe Brennan bereitet sich gerade gedanklich auf ihr Wochenende vor als sie zu einem Einsatz gerufen wird: eine übel zugerichtete Frauenleiche ist, in Plastiktüten verpackt, gefunden worden. Im Zuge ihrer Untersuchungen findet Teme Parallelen zu früheren Fällen – und als sie ihre Akten noch einmal liest, entdeckt sie ein grausames Muster. Die Polizei schenkt ihrer Theorie kaum Gehör, so macht sie sich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Doch der ist auch auf Tempe aufmerksam geworden. So findet sie nachts einen menschlichen Schädeln in ihrem Garten und kurz darauf wird auch noch ihre Freundin ermordet aufgefunden.

Eine solche Kriminalgeschichte aus der Sicht einer Gerichtsmedizinerin zu schreiben, die auf eigene Faust ermittelt, finde ich recht gut – auch wenn die Idee nicht ganz neu ist. Auch dass die Handlung im zweisprachigen Kanada spielt, hat mir gut gefallen. Aber ansonsten hat mich »déjà dead«nicht überzeugt, so schnell wieder etwas von Kathy Reichs zu lesen. Das liegt weniger an der kaum vorhandenen Spannung, sondern vielmehr daran, dass im Gegenteil die Autorin im Wesentlichen auf plumpe Action setzt. Psychologische und gesellschaftliche/gesellschaftskritische Finessen – wie zum Beispiel bei Donna Leon, bei der ich in einem Buch durch eine Kurzbeschreibung überhaupt auf »déjà dead«aufmerksam geworden bin – fehlen hier. Aus den inhaltlichen Ideen hätte man mehr machen können.

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