Eine gut gemachte klassische Krimihandlung mit kauzigen und sympathischen Charakteren in einer spannenden Welt, aber der Funke ist bei mir nicht übergesprungen.

Dass etwas nicht stimmt, merkt man schnell, als Meyer Landsman beginnt, einen Mord in seinem Hotel zu untersuchen. Denn obwohl es der Titel des Buchs und die Namen der Personen vermuten lassen, spielt die Handlung nicht in Israel, sondern in der Stadt Sitka mitten in Alaska. Nachdem der Staat Israel kurz nach seiner Gründung zusammengebrochen ist, haben zahlreiche Juden dort eine neue Heimat gefunden. Von den USA wurde der Stadt eine gewisse Autonomie zugestanden, die nun – nach 60 Jahren – aber wieder erlöschen soll. Vor diesem Hintergrund ermittelt Inspektor Landsman einen Mord, der sich in seinem Hotel zugetragen hat. Sein wichtigstes Indiz dabei ist eine exotische Schachstellung, die auf dem Brett im Zimmer des Toten aufgebaut ist. Bei Nachforschungen im örtlichen Schachverein findet Landsman heraus, dass der Tote der Sohn eines wichtigen Rabbis der Stadt war und dass er für eine höhere Aufgabe bestimmt schien.

Den Gewinner des Hugo-Awards 2008 konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, auch weil ich mich gefragt habe, wie dieser Titel mit Science-Fiction zusammenhängen soll. Neben dem kreativen Setting und der damit verbundenen „Alternate History“ findet sich auch tatsächlich keine Science-Fiction, sondern eine gut gemachte klassische Krimihandlung mit kauzigen und sympathischen Charakteren. Doch dem umfassenden Lob von Lesern und professionellen Kritikern kann ich mich nur bedingt anschließen, weil bei mir der richtige Funke einfach nicht übergesprungen ist. Das wird in erster Linie daran liegen, dass ich Probleme mit der Sprache hatte, da mir das Englisch sehr anspruchsvoll erschien und zudem mit zahlreichen jiddischen Begriffen durchsetzt ist. Auch kenne ich die oftmals als Vorbild genannten Krimis der 40er-Jahre nicht und kann daher auch als Hommage wenig mit dem Buch anfangen.

Buch bei Amazon kaufen

Kommentar abgeben