The Runner

(Dell 2000, 481 Seiten, 0-440-27468-9)

Devlin Judge ist im Juli 1945 als Teil eines internationalen Tribunals zur Verfolgung von Nazi-Kriegsverbrechern nach Europa gekommen. Aber er hat auch noch eine private Rechnung offen: Erich Seyss zu finden, den Mann, der Judges Bruder auf dem Gewissen hat. Der frühere SS-Mann Seyss ist gerade aus einem Kriegsgefangenen-Lager ausgebrochen, und ist nun auf der Flucht. Doch er kann auf alte Kameraden zählen, die noch einen letzten Plan erfüllen wollen.

Nach seinem vielversprechenden ersten Roman ist »The Runner«recht schwach. In der gesamten Handlung kommt irgendwie keine richtige Spannung auf, die zwischendurch eingesetzten Action-artigen Szenen können das auch nicht ausgleichen. Reich schafft es in meinen Augen auch nicht, die Umstände – Deutschland direkt nach der Kapitulation, aus der Sicht eines Amerikaners geschrieben – überzeugend zu schildern. Dass Judge auf Seyss‘ Geliebte trifft und sich von ihr Hilfe verspricht, wirkt zudem künstlich eingeflochten. Die Leseprobe aus Reichs drittem Roman, »The First Billion«, am Ende klingt da schon deutlich mehr versprechend. Mal abwarten, ob Reichs nächstes Buch wieder besser wird. „Der schwarze Pharao“ ist ähnlich geschrieben wie Jacqs fünf Bücher über Ramses II (link zu deiner Kritik??), nur der historische Hintergrund ist ein anderer. Doch gerade dieser für Jacq typische Stil gefällt mir sehr gut: historische Fakten (die Jacq hier am Ende noch einmal kurz zusammenfasst) in einen spannenden Roman verpackt. Zudem erfährt der Leser durch die Schilderung des Lebens am Hofe des ägyptischen Pharaos eine Menge über damalige Kultur, Denken und Religion.

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