Gigantisches Geschichtsepos vom Meister des Genres

Im Jahre 1135 zieht der Baumeister und Steinmetz Tom Builder mit seiner Familie hungernd durch England. Seine Frau Agnes ist hochschwanger und es bereitet ihnen zusehends Mühe sich zu ernähren. Bei der Geburt ihres Sohnes stirbt Agnes und die Familie beschließt, das Neugeborene bei seiner Mutter sterben zu lassen, da sie es nicht ernähren können. Nach einiger Zeit bereut Tom aber seine Entscheidung und kehrt zu dem Grab zurück. Der Säugling jedoch ist verschwunden. Bald treffen Tom und seine beiden Kinder Alfred und Martha dann auf die mysteriöse Ellen und ihren Sohn Jack, die als Outlaws im Wald leben. Ellen erzählt ihnen, das ein Mönch den Säugling gefunden und ihn in eine nahegelegene Zelle der Priorei Kingsbridge gebracht habe. Sie führt Tom zu dem Kloster und zeigt ihm seinen Sohn. Tom beschließt, ihn so lange bei den Mönchen zu lassen, bis er ihn selber ernähren kann. Zusammen mit Ellen und Jack ziehen sie weiter. Derweil erfährt Philip, der Prior der kleinen Zelle unangenehme Neuigkeiten von seinem Bruder: Nachdem der König ohne legitimen Erben starb wurde Stephan von der Kirche und den Grafen zum König ernannt. Jedoch wollen zwei Grafen die vom König gewünschte Erbin auf den Thron setzen und planen einen Aufstand. Philip soll nun den Aufstand dem Bischof von Kingsbridge verraten, um ihn so zu stoppen. In Kingsbridge angekommen erfährt Philip vom Tod des Priors des Klosters und wird kurz darauf selber Prior. Dafür muss er jedoch dem Assistenten des Bischofs, Waleran Bigod, versprechen ihn zu unterstützen, wenn der Platz des Bischofs von Kingsbridge zur Disposition steht. Unterdessen hat Tom als Baumeister eine Anstellung bei Graf Bartholomäus von Gloucester, einem der Verschwörer, erhalten. Doch bevor er mit der Verbesserung der Verteidigungsanlagen beginnen kann wird die Burg von Percy Hamley eingenommen und Bartholomäus an den König verraten. Tom steht wieder ohne Arbeit da und die Kinder von Bartholomäus, Aliena und Richard, müssen fliehen. Auf seiner weiteren Wanderung kommt Tom nach Kingsbridge, wo er in dem Kloster eine Nacht verbringt. Während dieser Nacht aber zündet Jack die heruntergekommene Kathedrale der Stadt an, weil er hofft, Tom so zu Arbeit verhelfen zu können. Jacks Plan funktioniert und Tom wird von Philip zum Baumeister der neuen Kathedrale gemacht. Tom beginnt nun mit den Planungen und will seinen Traum verwirklichen. Dabei müssen er und Prior Philip jedoch mit Widerstand kämpfen. Zum einen ist dort Waleran Bigod, den Philip einmal ausgetrickst hat und der geschworen hat Philip werde seine Kathedrale niemals bauen. Zum anderen gibt es noch William Hamley, Sohn und Erbe von Percy Hamley, der neue Graf von Shiring, der Grafschaft in der Kingsbridge liegt. Beide tun von nun an alles, um den Bau der Kathedrale zu verhindern.

Wie diese Inhaltsangabe so ist auch der erste Eindruck von The Pillars of the Earth: lang. Allerdings ist jede der 983 klein bedruckten Seiten eine einzige Freude. Follett schreibt so lebendig und fesselnd, wie ich es bisher selten erlebt habe. Bisher kannte ich zwei Arten von historischen Romanen: Zum einen die epischen Werke, deren Handlung sich über Jahre erstreckt, die aber selten detailliert auf einzelne Ereignisse oder Neben-Charaktere eingehen, und zum anderen detaillierte Betrachtung kurzer Zeitspannen oder einzelner Personen. In The Pillars of the Earth weiß Follett beides meisterhaft zu verbinden. Die Handlung die er beschreibt würde einem historischen Roman bereits zur Ehre gereichen, doch er kombiniert dies mit so lebendigen und realistischen Charakteren, dass man bald glaubt, Follet habe dies alles wirklich erlebt. Dabei konzentriert er sich auch nicht nur auf einen Charakter sondern lässt selbst weniger wichtigen Figuren Zeit, sich zu entwickeln. Tom wird zu Beginn als der Ehrgeizige Baumeister hingestellt, dessen größter Traum es ist, eine eigene Kathedrale zu errichten. Doch durch seine Liebe zu Ellen und den Problemen mit denen er sich in der Realität konfrontiert sieht ist er am Ende sogar bereit, auf die Verwirklichung seines Traums zu verzichten um Ellen nicht zu verlieren. Sehr gelungen ist auch Folletts Darstellung von Toms Problemen mit dem Konflikt zwischen seinem leiblichen Sohn Alfred und seinem Adoptivkind Jack, die sich gegenseitig verabscheuen. Auch die Atmosphäre der Zeit fängt Follett gekonnt ein.In beeindruckender Weise zeigt er dem Leser die Anarchie die während des Nachfolgekrieges herrscht und die Intrigen innerhalb der Politik und der Kirche auf. Dabei bleibt die Geschichte stets logisch und nachvollziehbar. Ich könnte jetzt noch mehrere Seiten über die Vorteile dieses Romans schreiben, möchte euch aber nicht viel mehr über dieses absolut geniale Buch verraten.

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Bisher ein Kommentar zu The Pillars of the Earth

  1. […] ich das klassische Werk von Ken Follet vor fast 10 Jahren das erste Mal gelesen habe, haben mich die Geschichte, die Atmosphäre und die Charaktere umgehauen und wie im Nu verflogen […]

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