I think now hope may be the thing that pulls you forward, may be the thing that keeps you going, but that it's dangerous, too, that it's painful and risky, that it's making a dare to the world and when has the world ever let us win a dare?

Die Flucht (The Knife of Never Letting Go)

, Teil 1

(Candlewick 2009, 496 Seiten, 978-0763645762)

Rätselhaft, eng und schnell. Lesenswert.

Eigentlich bin ich bei Büchern ja kein Freund von Spontankäufen. Ich habe meistens vorher schon andere Bücher des Autors gelesen, oder mich anhand von Rezensionen schlaugemacht. Aus irgendeinem Grund bin ich diesem Muster bei The Knife of Never Letting Go nicht gefolgt und habe im eBook-Store zugegriffen, nachdem ich über eine sehr kurze Vorstellung in einem Blog gestolpert bin. Und auch wenn mich das Buch nicht von Anfang an überzeugen konnte, habe ich das nicht bereut.

The Knife of Never Letting Go beginnt in einem Dorf. Einem kleinen Dorf, in dem es noch weniger Geheimnisse gibt als in anderen kleinen Dörfern. Denn jeder Mann kann die Gedanken jedes anderen lesen. So entsteht für jeden ein niemals verstummendes Hintergrundrauschen aus den Gedanken und Gefühlen der Menschen um ihn herum. Und noch etwas ist seltsam an dem Dorf: es gibt keine Frauen und so ist Todd das letzte Kind – oder der letzte Junge – der an seinem dreizehnten Geburtstag offiziell zum Mann werden soll. Doch kurz davor stößt er im Wald auf etwas, was es nicht geben kann: Stille; einen Ort an dem kein Rauschen zu hören ist. Und er trifft Viola, ein waschechtes Mädchen, die Quelle dieser Stille, und bevor der Tag rum ist, befinden sich beide auf der Flucht…

Ich muss zugeben, dass es das Buch nicht leicht mit mir hatte: Ich bin weder ein großer Freund von reinen Road Movies und Fluchtgeschichten, noch kann ich mich der Erzählform des „Bewusstseinsstroms“ (Stream of consciousness) viel anfangen. Und beides sind zentrale Elemente dieses Romans von Patrick Ness. So erzählt er die Geschichte rein aus den Gedanken Todds und verwendet daher auch eine nicht ganz saubere Sprache, was das Buch am Anfang ein wenig anstrengend zu lesen macht. Nach einiger Zeit hatten mich die Geschichte und das Rätsel um Prentisstown dann aber so gefangen genommen, dass mich der Strom von Todds Gedanken doch noch mitreißen konnte.

Durch diese Erzählperspektive und den engen Horizont Todds erfährt man nur durch ihn und mit ihm die genaueren Hintergründe dessen, was in seiner Welt passiert. Man rätselt mit ihm, warum der Sohn des Bürgermeisters so versessen darauf ist, ihn zu fangen und hofft und bangt, dass sie in der größten Stadt der Region, Haven, tatsächlich die erhoffte Rettung erwartet. Dieser enge Horizont trägt sicherlich auch dazu bei, dass diese Flucht für den Leser zu einem reinen Tunnelerlebnis wird. Da die Geschichte mit diesem ersten Band der Chaos-Walking-Trilogie nicht abgeschlossen ist, wird mir wohl wenig anderen übrig bleiben, als mir auch noch die anderen beiden Bände zu besorgen.

Wer mit Road Movies und der nicht ganz alltäglichen Erzählperspektive mehr anfangen kann als ich, kann bei der Bewertung gerne auch noch einen oder sogar zwei Punkte dazurechnen. Außerdem könnt ihr euch am Beispiel des ersten Kapitels einen eigenen Eindruck bilden.

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Bisher ein Kommentar zu The Knife of Never Letting Go von Patrick Ness

  1. […] habe bisher den ersten Band dieser Reihe gelesen und war äußerst positiv angetan. Die Geschichte ist spannend erzählt und in […]

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