We must go tell our version of it now. Today. When the court goes to bed tonight, it’s our story they have to whisper to their pillows. Wait until opinion is set, and it will be a hundred times harder to change.

The Dragon's Path

, Teil 1

(Orbit 2011, 592 Seiten, 9780316080682)

  • Wirtschaftsleben in einem klassischen Fantasy-Setting
  • Extrem realistisch wirkende Welt
  • Starke Charaktere

Epische Fantasy spielt normalerweise in einer Welt, die an unser Mittelalter angelehnt ist und auch Daniel Abraham greift im ersten Buch seines neuen Zyklus The Dagger and the Coin viele klassische Elemente auf: Länder, die von Königen regiert werden, Kriege um deren Nachfolge, Intrigen innerhalb des Adels und ein junger Thronfolger. Daneben bindet Abraham jedoch auch ein Thema ein, das mir in dieser Form noch nicht einem Fantasy-Roman untergekommen ist: das Bankwesen. So ist die junge Cithrin eine der Hauptfiguren, die das Vermögen einer Bank vor der nahenden Invasionsarmee aus der Stadt Vanai herausschmuggeln soll. Selbstverständlich erreicht sie ihr Ziel nicht, sie findet jedoch eine clevere aber riskante Möglichkeit, das Geld für die Bank zu sichern.

Abraham erzählt die Geschichte seiner Welt aus der Perspektive von vier Figuren: der Waisen Cithrin und des Söldners Marcus Wester auf der einen Seite, sowie Dawson Kalliams, eines Adeligen des Königreichs Antea, und Geder Palliakos, eines etwas einfältigen Adeligen, Soldaten und Armeeführers auf der anderen. Beide Handlungsstränge entwickeln sich parallel zueinander, vermischen sich jedoch nur an wenigen Stellen. Trotzdem wirken sich die Ereignisse des einen Handlungsstrangs immer wieder auf den anderen aus: insbesondere der anteanische Feldzug gegen die freie Stadt Vanai spielt hier eine wichtige verknüpfende Rolle. Gegen Ende driften beide Stränge dann jedoch ein wenig auseinander.

The Dragon’s Path hat mir außerordentlich gut gefallen. Scheint es auf den ersten Blick klassische epische Fantasy zu sein, bringt der Wirtschaftsaspekt eine ganz neue Seite zum Vorschein. Zudem gelingt es Abraham auf hervorragende Weise, die Welt zum Leben zu erwecken, sodass man phasenweise eher das Gefühl hat, einen historischen Roman zu lesen, als eine Fantasy-Geschichte. Gerade die politischen Intrigen und wirtschaftlichen Überlegungen wirken, als wären sie geradewege der Geschichte entnommen. Sie werden präzise beobachtet und äußerst spannend beschrieben. Auch die Figuren wirken in jeder Situation glaubwürdig und scharf gezeichnet. Lediglich Cithrin scheint mir ein wenig zu schnell zwischen verschüchtertem Mädchen und tougher Geschäftsfrau hin und her zu wechseln.

Für alle, die den Roman schon gelesen haben und bis zum zweiten Teil die Handlung nicht vergessen wollen, habe ich den Handlungsverlauf von The Dragon’s Path mal in einem Diagramm zusammengefasst (Achtung: Spoiler!).

Buch bei Amazon kaufen

Kommentar abgeben