Schwarzes Echo (The Black Echo)

, Teil 1

(Orion 1997, 456 Seiten, 0-75281-000-6)

Sehr guter amerikanischer Krimi, mit etwas vorhersehbaren Plot.

Harry Bosch ist Detective der Polizei von Los Angeles. Nach einem anonymen Anruf wird er zu einer Leiche gerufen, die mit einer Nadel im Arm in einem ungenutzten Leitungsrohr liegt. Auch wenn zunächst alles nach einer selbst gesetzten Überdosis aussieht, so glaubt Bosch dem Anschein nicht und beginnt Ermittlungen. Das Opfer war mit ihm zusammen im Vietnamkrieg als „tunnel rat“ aktiv. Schnell findet er heraus, dass Meadows, der Tote, in einen spektakulären Bankraub ein Jahr zuvor verwickelt war. Als er deswegen beim FBI nachfragt, wird er zuerst abgekanzelt, dann aber später doch in die Ermittlungen einbezogen. Dabei stoßen er und die FBI-Agentin Eleanore Wish auf eine alte, vietnamesische Seilschaft und ein Erbe des Vietnamkriegs.

The Black Echo ist Connellys erstes Buch über den Ermittler Harry (Hieronimus) Bosch und ein waschechter amerikanischer Krimi. Am Anfang steht ein Mord, den ein Ermittlerduo Schritt für Schritt aufklärt. Ohne gigantische Verfolgungsjagden, Schießereien oder Explosionen. Trotzdem, oder gerade deswegen gelingt es Connelly die Spannung durchweg auf einem hohen Niveau zu halten. Er schickt den Leser zusammen mit den beiden Ermittlern durch eine spannende Schnitzeljagd. Manchmal ist man als Leser schneller, manchmal langsamer als Bosch und Wish. Dabei sind die beiden Charaktere sehr detailliert ausgearbeitet und immer glaubwürdig. Was den Plot angeht, hat Connelly sicherlich nicht das Rad neu erfunden und er greift weitestgehend auf altbewährte Krimikost zurück, aber es gelingt ihm trotzdem, der Handlung neue Aspekte abzugewinnen.

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