Teranesia

(Heyne 1999, 381 Seiten, 3-453-17927-7)

Durchaus kein schlechtes Buch, aber irgendwie ist mir die Atmosphäre zu dünn.

Prabir ist noch ein Kind, als seine Eltern bei einem Angriff auf ihre Insel ums Leben kommen. Eigentlich wollten die Eltern auf dem einsamen Eiland nur Schmetterlinge erforschen, jedoch macht ein Bürgerkrieg die Insel zu einem strategisch wichtigen Standpunkt. Gemeinsam mit seiner Schwester, sie ist noch ein Kleinkind, gelingt dem Jungen die Flucht von der Insel und er wächst in den Vereinigten Staaten auf. Viele Jahre später werden seltsam mutierte Tiere in dem Archipel gefunden in dem Prabir aufwuchs. Als seine Schwester die Möglichkeit erhält an einer Expedition dorthin teilzunehmen sperrt sich Prabir zwar dagegen, kann aber nicht verhindern, dass sie mitfährt. Nach langen Überlegungen entschließt er sich ihr zu folgen und mit ihr über das was damals passierte zu reden. Er gibt sich die Schuld am Tod seiner Eltern und will nun seine Schwester nicht ins Unglück rennen lassen. Auf seiner Tour über die Inseln entdeckt er jedoch bald, dass ein System hinter den Mutationen steckt, die sich wie ein Virus auszubreiten scheinen. Und dann stellt er noch fest das auch Menschen nicht dagegen immun sind.

Nach Qual ist Teranesia mein zweiter Roman von Greg Egan gewesen und eindeutig der schwächere. Wie auch in Qual schafft es die Atmosphäre von Teranesia nicht immer, den Leser zu fesseln. Dafür wartet der vorliegende Roman aber nicht mit interessanten philosophischen Weltbetrachtungen auf, sondern mit langen komplizierten Beschreibungen der Gentechnik, die für den biologisch nicht vorgebildeten Leser nur schwer zu verstehen sind und etwas verworren erscheinen. Die Passagen in denen Egan die Welt der Zukunft und seine Charaktere beschreibt, sind aber durchaus überzeugend. Er schafft es Prabirs Leiden und die Neugier seiner Schwester für den Leser greifbar zu machen und es gelingt ihm den Leser für die weitere Handlung zu interessieren. Leider ist die Atmosphäre des Buches aber nicht so dicht, dass richtige Spannung aufkommt. Die Welt die Egan beschreibt ist jedoch hoch interessant und insbesondere der Fortschritt, den das Internet genommen zu haben scheint wird vom Autor detailliert geschildert.

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