Supergute Tage (The Courius Incident)

(Vintage 2004, 272 Seiten, 0-099-47043-8)

Guter, lustiger, aber zu seichter Roman über einen Jungen mit dem Asperger Syndrom.

Cristopher ist 15 Jahre alt. Aber er ist anders als andere Jugendliche in seinem Alter. Er hat einen Blick auf die Welt, der eher dem eines Außerirdischen ähnelt, der die Formen der menschlichen Gesellschaft nicht kennt. Christopher hat das Asperger Syndrom, das ihn für soziale und sonstige Kontexte unempfindlich macht. Eines Tages wird in seiner Nachbarschaft in einer englischen Kleinstadt ein Hund mit einer Mistgabel erstochen aufgefunden. Da die Polizei sich nicht um den toten Hund kümmern will, beschließt Christopher, den Fall selber zu lösen. Dazu muss er aber seine Isolation verlassen und zum Beispiel mit fremden Leuten reden. Im Laufe seiner Ermittlungen findet Christopher Dinge heraus, die er nicht erfassen kann und schließlich entscheidet er sich, seiner bekannten Umgebung den Rücken zuzukehren.

The Curious Incident ist ein Buch in der Tradition von Filmen und Büchern wie A Beautiful Mind, Ich bin Sam und Rain Man. Hier wird versucht die Welt durch die Brille eines behinderten Menschen zu zeigen und diesen Menschen als liebenswert darzustellen. In dieser Beziehung ist Haddons Roman sehr erfolgreich. Durch den scharfen, unsozialisierten, Blick Christophers kann er der heutigen Gesellschaft an einigen Stellen sehr deutlich den Spiegel vorhalten und Christopher wirkt das ganze Buch über sehr sympatisch und liebenswert. Dazu kommt auch, dass sich aus der Situation manchmal eine unglaubliche Komik entwickelt, die mir jedoch manchmal auch etwas sauer aufstieß. Was dem Buch allerdings fehlt ist ein tieferer Blick in Christophers Psyche. Er scheint zwar in seiner Welt sehr glücklich zu sein, jedoch fehlten mir ein wenig ein Einblick in seine Gefühle bezüglich des Konflikts zwischen seiner Welt und der Welt der anderen. Zudem wirkt in dem Buch alles ein wenig zu verniedlicht. Im Versuch, Christopher sympatisch darzustellen vergisst Haddon, auch dessen Ecken und Kanten zu erwähnen. Für sein eigentlich ernstes Thema ist mir The Curious Incident daher ein wenig zu seicht geraten.

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