Quantico (Quantico)

(Heyne 2006, 543 Seiten, 3-453-43037-9)

Gut geschriebener Hightech-Thriller, dem leider die Spannung fehlt.

Es beginnt harmlos: Auf einem Highway liefert sich ein LKW eine Verfolgungsjagd mit einem Streifenpolizisten, der wenig später tot im Straßengraben liegt. An Bord des Lasters? Tintenstrahldrucker. Doch auf unerfindlichen Gründen ist bereits eine Biowaffen- und Terrorexpertin des FBI vor Ort und beteiligt sich an den Ermittlungen. Gleichzeitig sichert ein FBI-Agent die Farm des christlich-militanten „Patriarchen“ und findet auf dem Gelände überall Hefe verstreut, bevor er durch eine Explosion von Raketenzündstoff schwer verletzt wird. Als sich dann in einem kleinen Ort in Ohio Fälle von plötzlicher Amnesie häufen, kommen die Ermittler auf die Spur eines geheimen Militärprojekts, das außer Kontrolle geraten ist, denn irgendwo in den USA hat der autistische aber wissenschaftlich geniale Tommy eine ungeheure Waffe entwickelt. Unterstützung erhielt er dabei von einem gewissen Sam, einer undurchsichtigen Gestalt mit einem braunen und einem grünen Auge.

Schon diese Zusammenfassung liest sich wie ein klassischer High-Tech-Verschwörungsthriller und wird damit dem Roman von Greg  Bear (leider) vollkommen gerecht. Zwar ist das Buch gut geschrieben und mit viel Hintergrundwissen und einigen guten Ideen gespickt, es lässt jedoch die Spannung anderer Bücher von beispielsweise Tom Clancy oder Michael Crichton vermissen. Bear gelingt es nicht, die unglaubliche Bedrohung, die diese Waffe darstellt, für den Leser fühlbar zu machen und sich mit der Gefahr zu identifizieren. So schaut man etwas distanziert und interessiert den Ermittlern bei ihrer Arbeit zu und weiß eher, als dass man es fühlt, dass deren Arbeit über die Zukunft unserer Welt entscheidet.

Buch bei Amazon kaufen

Kommentar abgeben