Perludrom

(BoD 2001, 64 Seiten, 3-8311-2224-5)

Nicht schlecht, aber aus der guten Story hätte man mehr machen können.

Aus einem koreanischen Militär-Labor wird ein noch unfertiger biologischer Kampfstoff gestohlen. Die Diebe sind Terroristen, die von der Drogenmafia bezahlt worden sind, weil der Kampfstoff als mächtige und Gewinn bringende Droge eingesetzt werden soll. In den USA erhält ein Gelegenheitsdealer über seinen Lieferanten die Exklusivlizenz, den neuen Stoff zu verkaufen. Von Gewissensbissen geplagt, aber immer den Gewinn vor Augen, beginnen er und sein Lieferant, die neue Droge unter das Volk zu bringen. Sie schlägt ein wie eine Bombe, doch ihre Wirkung ist verheerend: Jeder, der sie einmal genommen hat, stirbt bei dem Versuch, wieder von ihr weg zu kommen. Während die Droge immer weiter um sich greift und die Welt im Chaos versinkt, sind die Ärzte auf der fieberhaften Suche nach einem Gegenmittel, das den innerlichen Zerfall der Süchtigen stoppen kann. Sie setzen all ihre Hoffnungen auf den einzigen Überlebenden der Perludrom-Sucht.

Mein erstes Book-on-Demand und ich muss sagen: „Ich bin überrascht!“ Bisher hatte ich über die Bücher dieser Publikationsform nicht viel Gutes gehört, doch Perludrom kann sich durchaus mit „vollwertigen“Büchern messen. Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass der Autor hier kein Happy-End aus dem Hut zaubert, sondern den Leser am Ende in einem ziemlich düsteren Szenario allein lässt. Es gelingt Chester Rock erstaunlich gut, dem Leser die Ernsthaftigkeit der Situation vor Augen zu führen. Zuerst ganz langsam und dann immer schneller wälzt sich das Unheil über die Erde. Auch mit dem Inhalt des Buches schneidet der Autor ein sehr prekäres Thema an. Er führt dem Leser die Gefahren von biologischen Waffen vor Augen und bringt ihn zum Nachdenken. Nun aber doch zu einigen Kritikpunkten: Zum einen scheinen mir die Charaktere etwas zu flach. Meist sind ihre Handlungen zwar logisch und nachvollziehbar, jedoch weiß man nach der Lektüre des Buches nur wenig über die Protagonisten. Sie dienen (fast) nur als Vehikel der Handlung, und den Schluss habe ich nur noch bedingt nachvollziehen können. Lediglich eine Person (Jenny Bega) scheint etwas plastischer und verkörpert eindrucksvoll die Geschichte vom schnellen Aufstieg und tiefen Fall. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die teilweise zu umgangssprachlich geprägte Sprache. Gerade am Anfang benutzt der Autor einige Konstruktionen und Ausdrücke, die in der Schriftsprache eher unüblich sind. Dies kann aber auch so erklärt werden, dass er damit die Atmosphäre unterstützten will. Sicherlich eine Geschmacksfrage. Auch über Spannung verfügt das Buch nur im beschränkten Ausmaß. Dem Autor gelingt es einfach zu selten, den Leser wirklich an das Buch zu fesseln und ihn dazu zu bringen, mit den handelnden Personen mitzufiebern. Dies könnte daran liegen, dass Perludrom eigentlich keine richtig positive Figur hat.

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