Die Nachtwächter (Nightwatch)

, Teil 29

(Corgi 2003, 474 Seiten, 0-552-14899-7)

Typisch Pratchett. Das heißt aber auch: gleicher Humor und etwas maue und konfuse Handlung.

Wer die Scheibenwelt kennt, kennt natürlich auch Hauptmann Sam Mumm (im Englischen Original Sam Vimes), der im scheibenweltlichen Ankh-Morpork für Recht und Ordnung sorgt. In Nightwatch führt in eine Verfolgungsjagd aber nicht nur in merkwürdige Winkel, dieser ohnehin schon sehr seltsamen Stadt, sondern er unternimmt eine unfreiwillige Zeitreise, die ihn in die Zeit kurz vor der Revolution in Ankh-Morpork versetzt. Dort muss er sich nicht nur neu orientieren und in der Hierarchie der Wache von neuem empor steigen, sondern wird auch gleichzeitig zu einer Schlüsselfigur im Verlauf der Revolution und zum Mentor seines eigenen, jüngeren Ichs.

Wer Pratchett liebt, dem liefert Nightwatch wieder gewohnte Kost im altbewährten Stil. Für mich scheitert aber auch der vierte oder fünfte Versuch, die Faszination Scheibenwelt nachzuvollziehen. Waren der erste und der zweite Scheibenweltroman, die ich vor ein paar Jahren gelesen habe, noch wirklich lustig und überraschend, liefert Pratchett in allen Büchern, die ich danach gelesen habe deutlich Schwächeres ab. Dies kann daran liegen, dass er wirklich schwächer wird, oder aber nur daran, dass sein Humor, der so von unerwarteten Formulierungen und Wortspielen abhängt, irgendwann vorhersehbar wird und abflaut. Da es Pratchett in Nightwatch auch nicht gelungen ist, mich an die Handlung zu fesseln fehlte dem Buch irgendwie der wirkliche Grund, es zu lesen.

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