Nathans Flucht (Nathan''s Run)

(Droemer 1998, 381 Seiten, 3-426-60842-1)

Bestnote für ein Buch, das einen umhaut.

Der 12-jährige Nathan Bailey hat trotz seines zarten Alters schon einiges hinter sich. Wegen Autodiebstahls sitzt er in der Jugendstrafanstalt und das Leben dort ist die Hölle. Doch eines Abends ändert sich schlagartig alles, als er einen Aufseher tötet und die Flucht ergreift. Nun ist ihm natürlich die Polizei auf den Fersen und schnell werden in der Öffentlichkeit Stimmen laut, die sogar die Todesstrafe für den minderjährigen Mörder fordern. Allerdings hat Nathan auch eine ganz eigene Version der Geschichte zu erzählen. Kurzerhand schaltet er sich in die Diskussion um seine Person ein. Er ruft bei einer Radioshow an, wo er gerade das Hauptthema ist und erzählt der Welt, dass es Notwehr war. Nach und nach gewinnt er dabei immer mehr Sympathien und selbst die Polizei weiß bald nicht mehr, was sie glauben soll, denn die Fakten sprechen für seine unglaubliche Geschichte. Nur eine Person interessiert überhaupt nicht, was Nathan zu sagen hat: Ein seltsamer Killer hat sich an seine Spur geheftet und schon bald muss sich Nathan nicht mehr nur mit der Polizei herumschlagen…

Das ist definitiv der beste Roman, den ich bisher gelesen habe. An Stellen, wo man sonst häufig Hänger findet und sich die Story lang zieht wie Kaugummi, bleibt dieses Buch ungebrochen spannend. Es ist schwer, es einfach so aus der Hand zu legen, obwohl man manchmal den Blick abwenden möchte, wenn der Auftragskiller wieder einmal auf seine Art zuschlägt. John Gilstrap ist es hier hervorragend gelungen, einen Protagonisten zu zeichnen, der sich sofort einen direkten Weg in die Herzen der Leser bahnt. Doch nicht nur die Story des kleinen Jungen gegen den Rest der Welt fesselt, sondern auch die Tatsache, dass einige Teile des Buches gar nicht so weit hergeholt sind, sondern durchaus der Realität entspringen können. Das Thema ist daher sicherlich nicht unbedingt Jedermanns Sache, aber wenn man auch nur halbwegs in diese Richtung liest, sollte man dieses Buch nicht verpassen. Ich hab es schon mindestens ein dutzend Mal gelesen und finde jedes Mal wieder etwas Neues.

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