Marionetten (A most wanted man)

(Hodder & Stoughton 2009, 418 Seiten, 978-0-340-97709-5)

Unterdurchschnittlicher Spionageroman.

Tommy Brue, der Inhaber einer Hamburger Bank, bekommt einen Anruf von einer Rechtsanwältin, die sich dringend persönlich mit ihm treffen will: Annabel Richter vertritt einen illegalen Einwanderer, der Zugriff zu einem bestimmten Schließfach der Bank haben möchte – einem Schließfach mit einer besonderen Geschichte. Issa Karpov, Annabels Mandant, ist auf der Flucht vor diversen Geheimdiensten und findet erst bei einer hilfsbereiten Frau Unterschlupf, bevor er sich schließlich mit Hilfe seiner Anwältin versteckt hält.

Auch mit A most wanted man ist le Carré kein Meisterwerk gelungen. Im Prinzip baut der Autor seinen Roman auf guten Ideen auf und schafft es, die Hauptpersonen detailliert und facettenreich darzustellen. Gut hat mir auch gefallen, wie le Carré die Lebensgeschichte Issas beschreibt, bis dieser sich letztlich nach Hamburg durchschlägt. Allerdings schafft der Autor trotz einer klaren Struktur mit übersichtlich vielen Handlungssträngen und Hauptpersonen, den Leser lange im Unklaren zu lassen, was eigentlich passiert – ohne dabei sonderlich viel Spannung aufzubauen. Bei über 400 Seiten verleitet dies dazu, das Buch einfach an die Seite zu legen und zu vergessen, ohne dass man das Gefühl hätte, großartig etwas zu verpassen.

Insgesamt fand ich, nach Absolute Friends und The Constant Gardener auch diesen Roman von le Carré enttäuschend, aus dem Stoff hätte man deutlich mehr machen können. Der Autor hat mich damit endgültig nicht überzeugt, sodass ich um seine Werke in Zukunft einen Bogen machen werde.

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