Längengrad (Longitude)

(btb 1996, 229 Seiten, 3-442-72318-3)

Längengrad ist ein Buch, das jeden, der sich für Wissenschaft interessiert, gefangen nimmt, jedoch an einigen Stellen etwas trocken wirkt.

Lange Zeit war für die Schifffahrt die Bestimmung der Position in Ost – West Richtung das größte Problem. Ganze Schiffe gingen unter und Besatzungen verhungerten wegen ungenauer Positionsbestimmungen. Im Jahre 1714 setzte das Englische Parlament eine Belohnung von 20.000 Pfund für die Entdeckung einer Lösung dieses Problems aus. Scharen von Physikern und Astronomen bemühen sich, in den Sternen eine Lösung zu finden. Es zeigen sich auch einige vielversprechende, aber aufwendige Ansätze. Unter diese Wissenschaftler mischt sich nun ein Handwerker, der Uhrmacher John Harrison, der es sich zum Ziel gesetzt hat, eine auf See ausreichend genau gehende Uhr zu konstruieren. Als ihm dies gelungen ist, muss er noch für die Anerkennung seiner Leistung streiten, denn man will die Einfachheit seiner Lösung nicht akzeptieren und glaubt weiterhin an eine Unsicherheit.

Mit Längengrad zeichnet die Autorin die Geschichte eines elementaren Problems des 17. und 18. Jahrhunderts. An diesem Problem hatten sich bereits viele namhafte Wissenschaftler versucht, doch nun gelingt es einem Handwerker, dieses Problem zu lösen. Dabei schafft es die Autorin, die Atmosphäre der Zeit einzufangen. Dem Leser wird Harrison schnell sympatisch, und man fragt sich, warum seine einfache, aber effektive Idee nicht von Anfang an die Unterstützung bekommt, die sie zu verdienen scheint. Zudem beschreibt Sobel auch die Ideen der Astronomen und zeigt deren Hingabe für ihre Wissenschaft. Lediglich die Beschreibungen der von Harrison konstruierten Uhren wirken in der Taschenbuchversion des Romans etwas blaß und wenig plastisch. Hierbei hilft die illustrierte Ausgabe des Buches sicherlich weiter.

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