Kontakt (Crossfire)

, Teil 1

(Bastei Lübbe 2006, 477 Seiten, 3-404-24345-5)

Unzählige Denkanstöße in einer spannenden und extrem wendungsreichen Story.

Während die Erde unter Krieg, Zerstörung und Umweltkatastrophen leidet, hat der Abenteurer Jake Holman mehrer Guppen zusammengebracht, die auf einer Koloniewelt eine neue Zukunft suchen. Dort angekommen stellen sie jedoch bald fest, dass der Planet nicht, wie erwartet, unbewohnt ist, sondern dass einige kleine Siedlingen existieren, die von kleinen pelzigen Wesen bewohnt werden. Diese unterscheiden sich jedoch zwischen den Siedlungen: Während die einen die Neuankömmlinge sofort attackieren, wirken andere apathisch und nehmen die Menschen kaum zur Kenntnis. Während die Siedler versuchen, die Pelzlinge zu verstehen und ihre Herkunft zu entschlüsseln, häufen sich die Hinweise, dass die seltsamen Wesen nicht auf diesem Planeten entstanden sind. Dann landet auch noch ein fremdes Raumschiff auf dem Planeten und die Menschen merken, dass sie zwischen die Fronten in einem alten Krieg geraten sind. Bald stehen sie vor einer unmöglichen Entscheidung.

Nachdem mich das scheußliche Cover fast davon abgehalten hätte, das Buch zu kaufen, bin ich nach der Lektüre froh, nicht davon auf den Inhalt geschlossen zu haben. In erster Linie ist Kress‘ Roman ein klassischer Vertreter der Gattung „Menschen erschließen fremden Planeten, stoßen auf andere Rassen und geraten in einen Konflikt“, durch die Themen, die sie anspricht, kann er sich aber von anderen Romanen dieser Art deutlich abheben. So schildert Kress im ersten Teil, die Suche der Menschen nach einer Möglichkeit, sich mit den Pelzlingen zu verständigen, spannend und ausführlich und verschafft dem Leser den Eindruck, eines angenehm zu lesenden, gemütlichen Romans, der sich eher der Psychologie der Charaktere und der Dynamik der Gruppe widmet. Dann jedoch wendet sich das Blatt und kaum, dass man sich versieht, steckt man inmitten eines brutalen Kriegs. Wenn dann noch Loyalitätskonflikte und schwerwiegende ethische Fragen auftauchen, ist von der anfänglichen Gemütlichkeit nur noch wenig zu spüren und Kontakt wird immer mehr zu einem tiefgründigen und schnellen Page-Turner.

Buch bei Amazon kaufen

Kommentar abgeben