Ein wirklich guter Schmöker, den zu lesen Spaß macht, und der die kalte, dunkle Jahreszeit für einige spannende Stunden vertreibt.

Ein paradiesisches Land, in dem zwei Völker friedlich Seite an Seite leben. Eine Jahrhunderte alte magische Mauer, die alle vor furchtbarer Gefahr schützt. Eine Prophezeiung, die vom Ende dieser Welt kündet. Und inmitten dieser Welt Prinz Gar, der nicht magiebegabt ist, obwohl er es sein sollte und Fischerssohn Asher, der im Versuch, zu etwas Wohlstand zu gelangen, mitten in ein unglaubliches Abenteuer gerät, um am Ende als der „unschuldige Zauberer“ die einzige verbleibende Hoffnung für beide Völker zu sein. All das sind die Zutaten für Königsmacher von Karen Miller – und sie machen das Buch zu einem guten Grund, einen Sonntag eingekuschelt im Bett zu verbringen, anstatt sich in die kalte Winter-Wirklichkeit zu wagen.

Insgesamt ist das Buch wirklich gutes Lesefutter, auch wenn der Anfang ziemlich überstürzt ist: Innerhalb von gefühlten hundert Seiten verlässt Asher, der jüngste von sieben Fischersöhnen, seine Heimatstadt, rettet dem Prinzen Gar ganz zufällig das Leben, wird zum Stallburschen in dessen Pferdestall und schließlich sogar zum Kämpen des Prinzen. Liest man weiter, wird zwar plausibel, warum es für den weiteren Handlungsverlauf wichtig ist, dass er in dieser Position landet, beim Lesen selbst wirkt der schnelle Verlauf von Ashers Karriere gepaart mit zu vielen Zufällen etwas störend.

Nachdem Asher zum Kämpen des Prinzen aufgestiegen ist, lässt die Geschwindigkeit stark nach, was dem Buch sehr gut tut, da sich das Unheil in Ruhe entwickeln kann. Besonders spannend sind dabei die regelmäßigen Perspektivwechsel: sie erleichtern es dem Leser, die Geschichte von vielen Seiten zu erleben und so schon lange vor den Hauptfiguren von der nahenden Katastrophe zu wissen. Auch die Problematik zweier Völker in einem Staat ist sehr spannend in Szene gesetzt – mit den herrschenden, magiebegabten Doranen und den meist einfacheren Olken. Das Paradies, in dem sie alle leben, ist nur mit massiven Beschränkungen aller möglich, so beispielsweise mit dem Verbot von Magie für alle Olken und sehr harten Strafen bei Nichtbefolgung der Gesetze. Mit der Zusammenarbeit von Gar und Asher, zwei exemplarischen Strafverfahren und einigen weiteren Szenen wird dieser Problematik zwar Rechnung getragen, allerdings wäre es spannend gewesen, das Ganze noch etwas mehr zu vertiefen – aber es gibt ja auch noch den zweiten Teil, Der Königsmörder, der nach dem sehr offenen Ende einiges verspricht.

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