Farbenfrohe Welt, plastische Figuren aber relativ emotionslos.

Majipoor ist ein Planet der vor vielen Tausend Jahren von Menschen besiedelt wurde. Dort hat sich ein ganz spezielles Regierungssystem entwickelt. Oberster Herrscher ist der Pontifex, der unterirdisch in einem steinernen Labyrinth lebt. Sein Stellvertreter und Nachfolger ist der Lord Coronal, der in einer Burg auf dem 30 Meilen hohen Gipfel des Burgbergs residiert und die Geschicke der Welt leitet. Unterstützt wird er von der Lady der Insel, seiner Mutter, die mit dem Volk über Traumsendungen kommuniziert. Dabei ist es brauch, dass der Coronal kurz vom Tod des Pontifex seinen eigenen Nachfolger ernennt. Dieser darf aber nicht sein Sohn sein. Doch als der amtierende Pontifex Prankipin stirbt, reißt der Sohn des Coronals Korsibar die Krone an sich und übergeht so den von seinem Vater ausgewählten Prinz Prestimion. Dieser will die Machtergreifung nicht akzeptieren, stellt sich aber vorerst nicht offen gegen den beliebten Korsibar. Doch bald entwickelt sich auf der friedlichen Welt ein Krieg wie es ihn seit tausenden Jahren nicht gegeben hat.

König der Erinnerungen ist der erste Teil von Robert Silverbergs Trilogie Die Legenden von Majipoor. In dem Roman führt er den Leser anhand des Konfliktes zwischen Korsibar und Prestimion in die Welt und ihre Geschichte ein. Dabei entwickelt er eine spannende Handlung die durch überraschende Wendungen immer wieder zum Weiterlesen motiviert. Auch die Welt die er aufbaut ist farbenprächtig und voll kreativer Ideen und die Charaktere sind vielschichtig und glaubwürdig. Es gelingt Silverberg jedoch nicht wirklich, dem Leser diese Welt wirklich plastisch vor Augen zu führen und ihn in die Welt hereinzuziehen. Seine Beschreibungen sind etwas distanziert und wirken sehr nüchtern. Selbst die blutigste Schlacht bleibt relativ emotionslos. Auch bleibt die Geschichte der Welt im Dunkeln, was ein wirklichen Einfühlen in die Gesellschaft verhindert.

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