Komet (The Year of Our War)

, Teil 1

(Blanvalet 2007, 475 Seiten, 978-3-442-24364-8)

Lesenswerte Mischung aus Fantasy, griechischer Mythologie und Drogenroman.

Was kommt dabei raus, wenn man den technologischen Stand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in eine Fantasywelt versetzt und sie mit der griechischen Mythologie und Elementen eines Drogenromans vermischt? Ein Roman wie Komet. Die Engländerin Steph Swainston hat mit diesem Buch einen Fantasy-Roman geschaffen, der in keine Schublade passt. Es gibt keine heile Fanatsy-Welt, in der weise Magier gegen eine dunkle Bedrohung kämpfen, sondern eine dreckige und raue Welt in der Götter um die Macht kämpfen. Die zentrale Figur des Romans ist Komet, so etwas wie ein gefallener Hermes. Als geflügelter Unsterblicher dient er den Göttern als Bote und findet sich im Kreuzfeuer ihrer Kriege und Intrigen. Gleichzeitig ist er süchtig nach der Droge Kat, die ihn in eine andere Welt versetzt, in der er unter anderem auf Personen trifft, die in seiner, der realen Welt, bereits gestorben sind; darunter ein Transvestit und der verehrte ehemalige König, der im Kampf gegen die fortschreitende Invasion der Insekten den Menschen einen Rest Hoffnung erhalten konnte.

Für diejenigen, die sich für Fantasy interessieren ist Komet auf jeden Fall eine Pflichtlektüre. So konsequent wie Swainston hat selten jemand die Grenzen dieses Genres ausgetestet. Drogen, Sex und Gewalt stehen nicht in vielen Fantasybüchern derartig im Mittelpunkt. Da fallen dann auch mal Worte wie „ficken“, „pissen“ oder „leck mich“ und die Hauptfigur ist regelmäßig auf dem Drogentrip. Dadurch wird der Roman zwar für Hardcore-Genrefans ein wenig schwer zu verdauen, gewinnt aber deutlich an Atmosphäre und Glaubwürdigkeit. Leider ist es für den Leser am Anfang etwas schwierig sich in dieser Welt zurechtzufinden. Dadurch, dass die Autorin mit allen Fantasy-Klischees bricht und den Leser ins kalte Wasser wirft, werden die Zusammenhänge erst nach und nach klar uns insbesondere die unterschiedlichen Völker bzw. Rassen sind nur schwer zu unterscheiden. Auch fehlt dem Buch ein wenig der Zug in der Handlung und eine zentrale positive Identifikationsfigur, mit der ich von Anfang an und ohne Einschränkungen mitfiebern konnte. Das hat die Spannung dann leider ein wenig gedämpft.

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