In eisige Höhen (Into Thin Air)

(Anchor Books 1998, 378 Seiten, 0-385-49208-1)

Spannender Bericht über dramatische Ereignisse, jedoch mit einigen Längen.

1996 wurde der Bergsteiger Jon Krakauer vom Magazin Outside gebeten, an einer geführten, kommerziellen Besteigung des Mount Everest teilzunehmen und einen Artikel darüber zu schreiben. Krakauer ist einer von acht Teilnehmern, die von dem erfahrenen Expeditionsleiter Rob Hall sowie einigen weitern Führern und Sherpas begleitet wurden. Gleichzeitig mit dieser Expedition versuchen auch einige weitere kommerzielle und nicht kommerzielle Expeditionen, den Berg zu bezwingen. Nachdem sie ohne größere Zwischenfälle das Basislager erreicht haben, beginnt nun der harte Teil der Besteigung. In einigen Akklimatisierungstouren sollen die Bergsteiger nun an die dünne Luft in der Höhe gewöhnt werden. Nach einiger Zeit, als das Wetter gut zu sein scheint und ein Angriff auf den Gipfel erfolgsversprechend scheint brechen drei der Expeditionen zum höchsten Punkt der Erde auf. Einige Teilnehmer erreichen den Gipfel rechtzeitig und schaffen es, wieder ein Lager zu erreichen, doch andere sind zu spät hoch oben auf dem Berg und werden von einem gewaltigen Schneesturm überrascht. Nicht alle schaffen es, wieder das sichere Lager zu erreichen.

Alles beginnt mit der Einladung des Magazins Outside und Krakauers Zusage. Spannend schildert er die Geschichte des Berges und die Faszination die dieser auf jeden Bergsteiger ausübt. Danach beginnt seine Reise nach Nepal. Das ist der Teil des Buches der sich ein wenig zieht. Krakauer versucht zwar, dem Leser die Landschaft und Faszination der Landschaft des Himalaja zu vermitteln, es gelingt ihm aber kaum. Auch der Teil um die Anfänge der Expedition, sowie seine Exkurse über die Kommerzialisierung des Bergsteigens sind zwar recht interessant, unterbrechen aber Spannung und Atmosphäre. Die Berichte über die Akklimatisierungstouren und den endgültigen Sturm auf den Gipfel schaffen es dann aber wieder, den Leser zu fesseln und machen die Faszination des Bergsteigens begreiflich, auch wenn sich hier ebenfalls einige Längen finden. Krakauers Beschreibungen der eigentlichen Katastrophe wirken dann jedoch leider ein wenig verworren und es recht schwer nachzuvollziehen, wer gerade wo in welchen Schwierigkeiten steckt. Dadurch verlieren die eigentlich dramatischen Ereignisse ein wenig an Atmosphäre und der Leser bleibt teilweise etwas ratlos. Die Beschreibungen Krakauers von der Zeit direkt nach den Ereignissen ist dann aber wieder sehr ergreifend und der Autor schafft es, dem Leser seine Gefühle zu vermitteln.

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