Hüter der Erinnerung (The Giver)

, Teil 1

(Laurel Leaf 2002, 179 Seiten, 0-440-23768-8)

Eindrucksvolles und sehr gut geschriebenes (nicht nur) Jugendbuch

Die Gesellschaft der Zukunft ist perfekt orgaisiert. Familien werden nicht durch fehlerbehaftete, subjektive Emotionen begründet, sondern nach objektiven Kriterien zusammen gestellt. Auch Dinge wie Kleidung und Spielzeuge werden den Menschen nach einem klar gegliederten Plan zugewiesen. Im Alter von 12 Jahren wird den Kindern dann ihre zukünftige Rolle in dieser organisierten Gesellschaft zugewiesen. Der junge Jonas wird bei der Zeremonie jedoch erst übergangen und erfährt dann, dass er eine ganz besondere Rolle erfüllen soll, die des Empfängers der Erinnerung. Obwohl er sehr aufgeweckt und neugierig ist, zerstört das, was er nun lernt sein Weltbild für immer.

The Giver wird laut Buchtitel von der amerikanischen Jugendbuch-Fachpresse überschwänglich gelobt. Ich kann mich diesem Lob eigentlich uneingeschränkt anschließen. Lois Lowry schreibt in einem sehr flüssigen Stil und schafft es durch die Schilderung des Alltags, die Grunprinzipien der Gesellschaft sehr schnell zu verdeutlichen und dem Leser die zugrunde liegende Ideologie nahezubringen. Dann jedoch wendet sich Lowry sehr intensiv dem eigentlichen Thema: der Rolle der Erinnerungen und dem Mensch-Sein an sich. Auch hier schafft sie es, durch wenige Worte dem Leser ihre Intention eindrucksvoll zu verdeutlichen Einziger Schwachpunkt dieses klasse Buches ist der Schluss, der meines Erachtens nach ein wenig zu mysteriös und unpräzise ausfällt.

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