Hurenkind

(Goldmann 2002, 254 Seiten, 3-442-45385-2)

Nach Dame sticht Bube und der Hochstaplerin legt Christine Grän ein neues kleines Meisterwerk vor.

Marie Arend, Ressortleiterin bei einer großen Münchner Zeitung, will nach ganz oben. Die Tocher einer Prostituierten, deren Vater einer der vielen Freier der Mutter war, kämpft rücksichtslos um Macht und soziales Prestige. Erpressung, Verrat, Sex – jedes Mittel ist ihr Recht, um ihren Chefredakteur Conrad zu entthronen. Dieser hat ein häßliches Geheimnis, das Marie ihrem alkoholkranken Kollegen Eckhardt im Verlauf einer deprimierenden weihnachtlichen Liebesnacht entlocken kann. Marie erpresst Conrad mit dem Wissen um den dunklen Fleck auf seiner makellosen Weste und Conrad ernennt sie widerwillig zu seiner Stellvertreterin. Ihre wahre Chance aber kommt als sie den Industrietycoon Max Lenbach kennenlernt und eine Affäre mit ihm beginnt. Nun scheint sich der Erfolg einzustellen, aber Marie verliebt sich erstmals. Der Auserwählte ist nicht nur der Bruder des Großindustriellen, sondern überdies ein ziemlicher Tagträumer und Filou. Leon Lenbach lebt nach seinen eigenen Gesetzen und Marie verliert die Kontrolle. Alles gerät ins Wanken und wichtig ist nur noch die Liebe – bis zum Tod. Am Ende der Geschichte hat Marie alles erreicht – und alles wieder verloren. Sie hat andere benutzt und ist selbst benutzt worden, sie hat sich gerächt und ist selbst Opfer einer Racheaktion geworden.

Christine Grän ist in Graz geboren und lebt in Bonn. Sie arbeitete als Kolumnistin und verbrachte fünf Jahre in Botswana, wo sic beispielsweise auch als Leiterin eines Restaurants arbeitete. In Afrika schrieb sie ihren ersten Krimi Weiße sterben selten in Samyana. Rowohlt hat dieses Buch begeistert an- und aufgenommen und seit dieser Zeit ist Christine Grän ausschließlich als Autorin tätig. Insgesamt sieben Kriminalromane mit der Hauptfigur Anna Marx liegen inzwischen vor und durch Anna ist Christine zu einer der erfolgreichsten deutschen Krimi-Autorinnen geworden. Die erfolgreiche Verfilmung für die gleichnamige ARD-Abenserie mit der unsäglichen Thekla Carola Wied in der Hauptrolle hat das ihrige zur Popularität beigetragen. Christine Grän ist eine disziplinierte Autorin. Sie schreibt von 9.30 bis 17.30 Uhr und setzt sich zum Ziel, mindestens vierzig Manuskriptseiten in der Woche zu produzieren. Wie schrieb Martin Haller in der FAZ: Christine Grän kennt die Gesetze erzählerischer Verführung und schreibt, immer strikt aus weiblicher Perspektive, lakonisch, schnodderig und ironisch unterkühlt. Anders als die meisten ihrer Kolleginnen ist sie ein wirklich böses Mädchen, das verdammt gute Unterhaltungsromane schreibt. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

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