Würdige Fortsetzung der Geschichte um Harry Potter mit vielen Überraschungen und viel Lesespaß.

Am Ende des Trimagischen Turniers in Band 4 (Harry Potter und der Feuerkelch) ist der Böse Zauberer Lord Voldemort zurückgekehrt. Doch Harry Potter ist dafür der einzige Augenzeuge und da er in der Zaubererzeitung schon des öfteren als unzuverlässig und halluzinierend dargestellt wurde glauben ihm viele die Geschichte nicht, darunter auch der Zaubereiminister Cornelius Fudge, der nicht wahrhaben möchte, dass die friedliche Zaubererwelt nun wieder von Lord Voldemort erschüttert werden soll. Seinen wichtigsten Fürsprecher hat Harry aber in Albus Dumbledore, Schulleiter der Zaubererschule Hogwarts und einer der größten, lebenden Zauberer. Doch auch ihm glaubt Fudge die Geschichte nicht, er verbietet ihm sogar gegen den auferstandenen Voldemort vorzugehen. So muss Dumbledore, zusammen mit vielen anderen Zauberern, die bereits vor 16 Jahren mit ihm gegen den dunklen Lord gekämpft haben, den Kampf gegen diesen aufnehmen. Dazu gründet er den „Orden des Phönix“. Nachdem Harry in seinem Heimatort von Dementoren angegriffen wird, flieht er, mit Hilfe des Ordens, in dessen Hauptquartier, wo er die Zeit bis zum Beginn des Schuljahres verbringt. Als er dann in Hogwarts ankommt merkt er, dass sich einiges verändert hat: Die neue Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste ist vom Ministerium bestellt und vertritt dessen Interessen, Hagrid ist nicht in Hogwarts und die ZAG-Prüfungen stehen vor der Tür. Über Allem liegt die Spannung über Voldemorts nächste Aktionen und das Ministerium, das jedes Aufkommen von Gerüchten über dessen Auferstehung unterdrücken will.

Mit Harry Potter an the Order of the Phoenix liegt jetzt also auch endlich der lang erwartete fünfte Teil der Geschichte um den Zaubererschüler Harry Potter vor und Joanne K. Rowling zieht ihre Linie konsequent durch. Das Buch ist düsterer und komplexer als seine Vorgänger und in dieser Form eigentlich kaum noch als Kinderbuch zu bezeichnen.Das liegt vor allem daran, dass die Grundstimmung des Buches erheblich dunkler und bedrückender ist, da über allem nun die manifeste Gefahr Lord Voldemorts schwebt. Aber auch in ihren Beschreibungen von Ereignissen und Zusammenhängen ist Rowling erheblich direkter.

In Harry Potter an the Order of the Phoenix haben Harry und seine Freunde in Hogwarts nun endgültig die Pubertät erreicht. Harry ist launisch wie selten, die ständigen Streitigkeiten zwischen Hermine und Ron werden noch auffälliger und, wie es Gerüchte vorher ja schon andeuten, hat Harry seine erste „engere“ Begegnung mit dem weiblichen Geschlecht, die aber nicht so verläuft, wie er es gerne gehabt hätte. Dadurch wirkt Harry Potter an the Order of the Phoenix oftmals eher wie die Geschichte eines Jungen der erwachsen wird und die Zaubererhandlung tritt ein wenig in den Hintergrund. Dies tut zwar den bisher eher „zu guten“ Figuren Harry, Sirius und James Potter sehr gut, sorgt aber auch für einige Längen in der Handlung. Über die sieht man aber aufgrund Joanne K. Rowlings wirklichen guten Schreibstils gerne hinweg. Überhaupt hat Joanne K. Rowling sich mit diesem Buch sprachlich selbst übertroffen. Es wimmelt nur so von Anspielungen auf Realpolitik, schönen Formulierungen, spitzen Dialogen und unvergesslichen Szenen

Nun aber auch zum größten Kritikpunkt an Harry Potter an the Order of the Phoenix. Im Gegensatz zu allen vorherigen Bänden gibt es hier keinen so deutlichen roten Faden der die Handlung zusammenhält und den Leser durch die Story führt. Dadurch sind Spannungsbögen immer nur sehr kurz und der Roman wirkt oft eher wie eine logisch konsistente Anreihung von spannenden Passagen. Manche Kapitel scheinen wirklich nur als Übergang zu dienen um zu einem neuen Höhepunkt hinzuführen. Da diese jedoch auch gut geschrieben sind, fällt das weniger ins Gewicht.

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