The Pinball Effect

(Piper 2001, 379 Seiten, 3-492-23315-5)

Eine gut zu lesende, anekdotenreiche, aber unzusammenhängende Technikgeschichte.

Kerngedanke von James Burkes Buch Gutenbergs Irrtum und Einsteins Traum ist, dass sich die Welt in einem stetigen Wandel befindet und dass jede Veränderung auf unzähligen, kleinen Veränderungen aufbaut, die vor ihr stattgefunden haben. So beschreibt er in zwanzig Kapiteln die Geschichte verschiedener Erfindungen und Entwicklungen. Dabei beginnt er meist mit einer kleinen, unbedeutend erscheinenden Erfindung, von der er dann einen weiten Bogen auf das eigentliche Thema des Kapitels schlägt. Um dem Netzwerkcharakter, den er immer wieder hervorhebt auch formal zu betonen, setzt er an vielen Stellen so genannte Gateways, die es dem Leser ermöglichen sollen, die Lektüre an einer anderen Stelle im Buch, zu dem entsprechenden Thema fortzusetzen.

Der interessante Ansatz des Buches ist aber gleichzeitig auch sein größtes Problem: einerseits möchte Burke dem Leser die Zusammenhänge nahe bringen, die zwischen den verschiedenen Entwicklungen bestehen, doch andererseits muss er um dies zu können so sehr ins Detail gehen, dass dem Leser der Zusammenhang wieder verloren geht. Der Autor überschüttet den Leser förmlich mit Namen, Kurzbeschreibungen technischer Entwicklungen und Verknüpfungspunkten. Auch sind die genannten Verknüpfungen oft nicht mehr als ein „Im gleichen Jahr wurde in X Y geboren, der in seiner Jugend…“ und schon befindet sich Burke in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort und in einer anderen Geschichte, ohne die vorherige zu Ende zu führen. So wird es dem Leser schwer gemacht, den roten Faden zu sehen, geschweige denn, ihm zu folgen. Die Idee mit den „Gateways“ scheint auf den ersten Blick auch sehr kreativ zu sein, aber hier ergeben sich die oben genannten Probleme in noch größerem Ausmaß. Die Fülle an Informationen die Burke hier zusammengetragen hat ist aber beeindruckend und legt man nicht viel Wert auf den großen Zusammenhang, so ist Gutenbergs Irrtum und Einsteins Traum eine gut zu lesende, anekdotenreiche, aber etwas chaotische Technikgeschichte.

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