Drive. The surprising truth about what motivates us

(Canongate 2010, 242 Seiten, 978-1-84767-768-6)

Pflichtlektüre für alle, die sich oder andere motivieren müssen.

Eigentlich ist uns doch allen klar, wie die menschliche Motivation funktioniert, oder? Da wir im Grunde einfach hochkomplexe Tiere sind, funktionieren Zuckerbrot und Peitsche auch bei uns: Wenn wir eine Belohnung wollen oder eine Strafe vermeiden, hängen wir uns rein. Wir sind motiviert und konzentriert und können das, was wir machen müssen und machen wollen, schneller und besser erledigen. Dieser allgemeinen Weisheit stellt Daniel H Pink sein Buch Drive entgegen. So zeigt er anhand aktueller psychologischer Forschung auf 80 Seiten auf, warum Belohnungen der Art „wenn… dann…“ uns sogar demotivieren. Anstatt uns schneller und besser werden zu lassen, nehmen sie uns den Spaß an der Sache und lassen die Aufgabe zum Mittel zum Zweck werden. Selbst Dinge, die uns Spaß machen und die wir gerne tun, können uns durch Belohnungen und angedrohte Strafen vergrätzt werden. Pink formuliert es folgendermaßen: „Spaß wird durch Belohnungen zu Arbeit.“ Belohnungen von Außen überlagern die Motivation, die wir unserer Aufgabe ohnehin entgegenbringen, und höhlen sie aus. Kurzfristig mag das eine Wirkung erzielen, langfristig verdirbt es und jedoch den Spaß.

Auf den Seiten 85 bis 150 zeigt Pink dann, wie der Dreiklang aus Autonomie, Fähigkeiten und Sinn im Mittelpunkt eines neuen „Betriebssystems“ für unsere Gesellschaft und Wirtschaft stehen sollte. Nur dann, wenn wir in der Erledigung einer Aufgabe Freiheiten haben, gefordert werden und sie als sinnvoll erachten, sind wir wirklich nachhaltig motiviert und erbringen langfristig unsere beste Leistung. Externe Anreize – wie beispielsweise das Gehalt –  haben in diesem System nur die Aufgabe, uns von den wichtigsten Sorgen zu befreien und es uns zu ermöglichen in einer Form unserer Arbeit zu widmen, die uns glücklich macht.

Am Ende des Buches folgen dann verschiedene Listen und Zusammenfassungen, die es erleichtern sollen, die Ideen des Autors in den persönlichen und den Arbeitsalltag zu integrieren.

Mit hat Drive sehr gut gefallen, weil es Pink gelingt, seine Idee fundiert und klar zu vermitteln. Er bleibt dabei nicht auf der abstrakt-wissenschaftlichen Ebene stehen, sondern gibt auch praktische Tipps und Hinweise, welche Konsequenzen sich aus den Erkenntnissen ziehen lassen. Dabei schreibt er unterhaltsam und spart nicht mit gut gewählten Beispielen. Wie viele Bücher dieser Art bietet Drive jedoch kaum noch Abwechslung, wenn man seine Ideen einmal verstanden hat. Mit nur 150 Seiten ist der reine Textteil jedoch angenehm kurz, sodass das in diesem Fall kaum ins Gewicht fällt. Inhaltlich hat mich Drive zudem sehr an das ebenso empfehlenswerte first, break all the rules von Curt Coffman und Marcus Buckingham erinnert.

Buch bei Amazon kaufen

Bisher ein Kommentar zu Drive. The surprising truth about what motivates us

  1. […] Warum diese Schlussfolgerung falsch ist, erklärt Daniel Pink in seinem Buch Drive. Nachdem ich an anderer Stelle bereits über das Buch berichtet habe, hier eine kurze Zusammenfassung des Inhalts in einem gut […]

Kommentar abgeben