Die Turing Option gehört eindeutig zu den besten Büchern, die ich bisher gelesen habe. Obwohl der Roman so viele Themen anschneidet ist er keineswegs überladen.

Brian Delaney ist ein genialer, junger Mathematiker der für die Firma Megaglobe an einer ersten echten KI (künstlichen Intelligenz) forscht. Doch kurz vor seinem Durchbruch wird sein Labor überfallen und er durch einen Kopfschuss verletzt und all seine Unterlagen und Prototypen werden gestohlen. Seine Überlebenschancen sind nahe Null, doch die Neurologin Dr. Snaresbrook nutzt viele neue, noch nicht getestete Verfahren, um ihn, und seine geniale Erfindung, zu retten. Dabei ersetzt sie etliche Nervenverbindungen in seinem Gehirn durch ein Computergesteuertes Implantat. Danach müssen „nur“seine Erinnerungen seit seiner Geburt aufgefrischt werden. Doch als Delaney den Erinnerungen nach als 14-jähriger Notizen seines alten Ichs liest, entscheidet er sich, noch mal „erwachsen“zu werden. Da das Militär stark an seinen Forschungen interessiert ist, arbeitet er von einem riesigen Militäraufgebot bewacht in seinem alten Labor mit seinen alten Aufzeichnungen, die er von einem mexikanischen Back-Up Server erhalten hat, an seinem Projekt weiter. Dies beschreibt aber nur die Handlung der ersten ca. 250 Seiten. Die Handlung ist zwar nicht besonders vielschichtig, aber trotzdem ziemlich Komplex.

Harrison setzt in seinem Roman keinesfalls auf Effekthascherei oder einen üblichen „Ich-weiß-nicht-mehr-wer-ich-bin Plot“, wie vom Klappentext glauben gemacht wird. Er beschreibt hingegen viel mehr die Entwicklung des jungen Mathematikers, der als 24-jähriger noch mal von vorne Anfängt. Anfangs lernt er noch mit Hilfe seiner Mutter, doch schon bald will er nicht mehr sein altes Ich rekonstruieren sondern sich neu Entwickeln. Allein dieser Aspekt wäre schon Stoff genug für einen Roman, doch die beiden Autoren füllen ihr Buch mit noch mehr. So wird auch detailliert auf die Forschungsarbeit des Mathematikers an einer KI eingegangen. In diesen Beschreibungen zeigt sich die Mitarbeit des ehemaligen Leiters des Instituts für künstliche Intelligenz am MIT. Die Beschreibung sind durchweg glaubwürdig und relativ gut verständlich, so dass man auf den ersten Blick übersehen könnte, dass es sich bei diesen um Science Fiction handelt. Aber auch das ist den Autoren noch nicht genug, sie zeigen auch noch das Verhalten des Militärs auf, dass nur auf seine Belange achtet, und dabei nur selten Kompromisse eingeht. Zu guter letzt widmen sich die Autoren auch noch einer dezent im Hintergrund gehaltenen Liebesgeschichte zwischen Brian und seiner „Partnerin“. Das Buch wird auch an einigen Stellen Philosophisch, wenn über Fragen wie: „Was ist Intelligenz?“diskutiert wird.

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