Eine irische Nonne und Rechtsgelehrte ermittelt in einem Mordfall.

Schwester Fidelma von Kildare, irische Nonne und irische Staatsanwältin untersucht im Jahr 666 ein von Mannschaft und Ladung verlassenes gallisches Handelsschiff, das vor der Küste treibt, als sie einen weiteren Fall übertragen bekommt. In der Abtei „Der Lachs aus den drei Quellen“ wurde eine junge Frau ermordet am Brunnenseil hängend gefunden. Bei ihren Ermittlungen in und um die Abtei findet Fidelma undurchsichtige Verhältnisse vor, und die Äbtissin wird immer mehr zu ihrer Hauptverdächtigen. Dass Fidelma bei ihren Ermittlungen fast von einem Bogenschützen niedergestreckt wird, macht ihr den Fall auch nicht sympathischer.

In den ersten paar Kapiteln hat mich Die Tote im Klosterbrunnen noch nicht überzeugt, aber dann entwickelt sich doch recht schnell eine spannende und gut erzählte Geschichte. Der Autor hat mit einer sehr intelligenten und sympathischen Hauptfigur eine interessante Erzählperspektive gewählt, eine irische Nonne und Rechtsgelehrte des 7. Jahrhunderts findet man sonst wohl nur selten als Hauptfigur eines Kriminalromans. Mit einer kurzen historischen Einleitung und einer Karte der Region Munster im 7. Jahrhundert gibt der Autor – selbst Historiker – dem Leser eine gute Einordnung der folgenden fiktiven Handlung, deren Hintergründe historisch fundiert scheinen. Gut gefallen hat mir, dass der Autor (und auch der Übersetzer) keltische Begriffe nach einmaliger Erläuterung stehen lässt und nicht auf Biegen und Brechen übersetzt. Insgesamt macht Die Tote im Klosterbrunnen Lust auf mehr Romane aus Tremaynes Reihe über Schwester Fidelma, aus der ich sonst erst Absolution by Murder kenne.

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