Die Stätte der Wahrheit

, Teil 4

(Bertelsmann 2001, 411 Seiten, 3-570-00423-6)

Fortsetzung der Ramses-Reihe, fast noch besser geschrieben.

In der Stätte der Wahrheit, einem geheimen Dorf in der Wüste Oberägyptens, arbeitet eine Bruderschaft von Handwerkern und Künstlern an den Grabkammern der ägyptischen Pharaonen. Dort wird auch deren kostbarstes Geheimnis, der »Stein des Lichts«, der über magische Kräfte verfügt, aufbewahrt.

Was in den ersten drei Bänden geschah: Paneb der Feurige, nicht zufrieden mit seiner Zukunft als Bauer, verlässt seine Familie, um sein Glück als Künstler zu finden, und schafft es tatsächlich, in die elitäre Bruderschaft aufgenommen zu werden. Nicht zuletzt durch seine Hilfe schafft es die Bruderschaft, alle Bedrohungen zu überstehen, die nach dem Tod des großen Pharao Ramses aufkommen. Ramses‘ Sohn und Amtsnachfolger Merenptah stirbt nach kurzer Regierungszeit, daraufhin rufen sich zwei verschiedene Männer zum Pharao aus. General Mehi, dem Anschein nach ein treuer Beschützer der Stätte der Wahrheit, versucht in Wirklichkeit, zusammen mit seiner machthungrigen Frau Sekreta die beiden Pharaonen gegeneinander auszuspielen, um selbst an die Macht zu kommen. Zudem gibt es innerhalb der Bruderschaft einen Verräter, der gezwungenermaßen für Mehi arbeitet und den Stein des Lichts stehlen will. Nun stirbt Nefer der Schweigsame, der alte Baumeister der Stätte der Wahrheit und Panebs väterlicher Freund, der die Bruderschaft bisher gegen alle Gefahren verteidigt hat. Paneb wird zu seinem Nachfolger gewählt und hat auch weiterhin mit Intrigen und Anschuldigungen zu kämpfen. Trotz seines hitzigen Gemüts führt er dieses Amt mit großer Umsicht aus. Zu allem Überfluss entwickelt sich Panebs Sohn Aperti zu einem kriminellen Nichtsnutz, den Paneb aus der Bruderschaft verweisen muss und schließlich erreichen es Mehi und Sekreta sogar, dass Paneb selbst verhaftet wird.

Die vier Romane »Stein des Lichts«schließen an Jacqs erfolgreiche fünfbändige Reihe über Pharao Ramses an, allerdings wählt er diesmal nicht den Hof des Pharao als Hauptschauplatz – was auf die Dauer vielleicht selbst bei Jaqc etwas langweilig geworden wäre – sondern die Stätte der Wahreit. Dadurch schafft es der Autor, promovierter Ägyptologe, ein noch lebhafteres Bild vom Denken und Glauben der damaligen Ägypter zu vermitteln. Jacq erschlägt den Leser dabei nicht mit einem Haufen historischer Daten und Fakten oder verpackt die Handlung in zu viele parallele Handlungsstränge, sondern schreibt noch einmal vier äußerst spannende historische Romane, die sich in der Übersetzung von Gaby Wurster sehr flüssig lesen (ein ganzes Stück besser als beispielsweise Jacqs »Der Tempel zu Jerusalem«).

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