The Plague Tales

(Goldmann 1998, 637 Seiten, 3-442-44077-7)

Sehr guter historischer Roman, guter Thriller, aber leider keine gute Verbindung zwischen beiden Teilen.

Die Welt im 21. Jahrhundert: Eine Epidemie hat große Teile des amerikanischen Kontinents entvölkert und das dortige Gesellschaftssystem völlig umgekrempelt. Die Chirurgin Janie Crowe, die nun auf Archäologie umschult begibt sich auf eine Forschungsexkursion nach Großbritannien. Die Insel ist hermetisch abgesichert und jeder der sich länger dort aufhalten will, muss sich einem Body Printing unterziehen bei dem der gesamte Organismus untersucht und in einer Datenbank abgespeichert wird. Bei der Entnahme von Bodenproben stößt Janie auf ein altes Stück Stoff, dass ein in Vergessenheit geratenes Bakterium erneut auf die Menschheit loszulassen droht.

Siebenhundert Jahre vorher: Der Arzt Alejandro Canches muss aus seiner spanischen Heimatstadt fliehen. Auf seiner Reise durch Spanien und Frankreich begnet er vielen Menschen, die an einer neuen, tödlichen Krankheit leiden – der Pest. An seinem Ziel, in Avignon angekommen wird sein Talent bald erkannt und er wird vom Papst an den englischen Königshof gesandt, um dort ein Erkranken der königlichen Familie zu verhindern. Dabei stößt er auf die mysteriöse Heilerin Sarah…

Wie man der Inhaltsangabe entnehmen kann, versucht Ann Benson in Die siebte Geißel die beiden Genres historischer Roman und Gegenwartsthriller zu verbinden. Sie beschreibt das Leben des jüdischen Arztes im 14. Jahrhundert, die fiktive Gesellschaft des 21. Jahrhunderts und zudem versucht sie noch, eine ausgefeilte Thriller-Handlung zu integrieren. Diese Dinge sind ihr weitestegehend sehr gut gelungen. Ihr Schreibstil ist in beiden Zeiten angemessen und es gelingt ihr, eine glaubwürdige Atmosphäre zu schaffen. Der Thriller-Teil ist ebenfalls recht spannend geschrieben und durch phantastische Einsprengsel intelligent angereichert. Jedoch weist die Handlung am Ende doch einige logische Schwachpunkte auf. Was ihr allerdings nicht so gut gelungen ist, ist die Verknüpfung beider Teile zu einem homogenen Roman. Durch die Geschite in Spanien erfährt der Leser sehr früh, worum es wohl in der Gegenwartshandlung gehen wird und die beiden Ebenen beschäftigen sich zwar mit demselben Thema, jedoch behandelt jede Ebene es für sich, so dass keine Verbindungen entstehen.

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