Kurze und knackige Auseinandersetzung mit der Unsterblichkeit der Seele.

Der Mensch ist potenziell unsterblich: In einer schnellen Prozedur lassen sich Kopien der Seele erstellen, die dann nach dem Tod in den Körper eines anderes Menschen als „Zweitseele“ eingesetzt werden können. Das kostet allerdings viel Geld und es ist daher kaum verwunderlich, dass unter den Erfolgreichen der Gesellschaft schnell ein Wettbewerb um die interessantesten, klügsten und reichsten Persönlichkeiten entsteht. So auch zwischen John Roditis und Mark Kaufmann, die sich um die Persona von John Kaufmann, Marks Onkel, streiten. Während die Kaufmanns eine etablierte Unternehmerfamilie sind, sehen sie Roditis als Emporkömmling, der keinesfalls vom Wissen und der Erfahrung ihres Johns profitieren soll. So kommt es zu einem Hin und Her um die Persona in dem auch Roditis‘ Assistent und Kaufmanns Tochter Risa eine wichtige Rolle spielen.

Mit 140 Seiten ist Die Seelenbank von Robert Silverberg ist ein kurzes Buch, das es aber in sich hat. So wirft es Fragen zur Natur des Menschen, zum Wunsch nach Unsterblichkeit, zu inneren Konflikten und dem Umgang mit Gegnern auf. Wie gewohnt steckt der Autor voller guter Ideen und versteht es wie kaum ein anderer, den Leser in seine Welten zu ziehen. Gerade die plastische Schilderung von inneren Spannungen und Konflikten der Akteure regt den Leser dazu an, sich zu den Themen des Buchen Gedanken zu machen, und mit den handelnden Figuren mitzufiebern. Dabei wirkt Silverbergs Welt trotz des technologischen Fortschritts nicht fremd, sondern jederzeit verständlich, was es einfach macht, die Motivation der glaubwürdigen Akteure nachzuvollziehen.

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