und Die neuen Leiden der jungen Wörter

(Knaur 1999, 169 Seiten, 3-426-73076-6)

Wer schon mal richtig lachen wollte, zwar mit hintersinnigen Sprachspielen, aber trotzdem so richtig blödelnd, für den ist das Buch der beiden Norddeutschen genau richtig. Im Stil eines Wörterbuches findet man alles von A wie Abc-Schütze bis Z wie Zylinderkopf-Dichtung. Dazwischen erfährt man Weisheiten wie „Öl: gehört zu den wenigen zweibuchstabigen Wörtern, die mit Ö anfangen und mit l aufhören“. Erstmals werden hier auch die Biographien von wichtigen Persönlichkeiten wie Norma Lnull, Frank Reich, Rolf Eld und Inge Sicht veröffentlicht. Maßstäbe setzt das Buch auch auf dem Bereich des gehobenen Sprachstils: So hilft es allen weiter, die „Bullenhitze“oder „Auslegerboot“mal etwas gewählter ausdrücken möchten. Die Autoren können ihre Herkunft zwar nicht ganz verleugnen, worauf die vielen Anspielungen auf norddeutsche Orte, Gegenstände oder Begriffe hinweisen (wie etwa Lebensredder: norddeutsch für Lebensweg), trotzdem ist das Werk auch für Süd-, West- und Ostdeutsche lesens- und belachenswert (die erste deutsche Eisenbahn „fürthe“schließlich nach Nürnberg). Nach dieser kleinen Auswahl der Inhalte des Buchs ganz im Ernst noch ein Rat: Es lohnt sich manchmal, die Stichwortartikel mehrmals durchzulesen (Kostprobe: „Konto, [neutr., -s, Konten, lat.-ital.] denken wir daran, wird uns angst und bank – wie konten wir nur! Dabei wollten wir es doch nur ein bißchen Guthaben“)

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