Die Liste (The Last Juror)

(Dell 2004, 486 Seiten, 0-440-29631-5)

Ein Gerichtsprozess und seine Folgen im Leben eines Journalisten.

Der junge Journalist Willie Traynor übernimmt 1971 die Wochenzeitung von Ford County, Mississippi – ein Blatt, dass für seine gut geschriebenen Nachrufe bekannt ist. Während es anderswo Auseinandersetzungen um die Bürgerrechtsbewegung gibt, ist es in Ford County eher ruhig, jedenfalls bis zu einem brutalen Mord an einer jungen Mutter. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden und wird vor Gericht gestellt: natürlich berichtet Willie in aller Ausführlichkeit über den Fall, das Urteil – schuldig – und die Strafe: „lebenslang“, was nach ein paar Jahren mit Freilassung endet. Der Täter hatte beim Schlussplädoyer die Geschworenen bedroht, und nach seiner Freilassung scheint er diese Drohung wahrzumachen: einer nach dem anderen sterben die Juroren.

The Last Juror ist nach ähnlichem Strickmuster wie frühere Romane Grishams geschrieben, aber irgendwie doch ganz anders. Es geht zwar um ein Gerichtsverfahren, aber diesmal aus der Sicht eines Reporters geschrieben, und hier zudem aus der Ich-Perspektive. Neben dem Gerichtsverfahren beschreibt Willie auch viele andere Episoden aus seinem Leben und seiner Arbeit als Journalist, was den Roman fast autobiographisch wirken lässt. Mir hat der Roman sehr gut gefallen – er ist schön spannend geschrieben, und die Perspektive eines Herausgebers einer lokalen Zeitung fand ich sehr interessant zu lesen. Zudem erfährt man einiges über das damalige Denken und den Konflikt zwischen Schwarz und Weiß, den Grisham aus einem besonderen Blickwinkel beschreibt.

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