Eine deprimierende, aber sehr gut zu lesende, Storysammlung.

Die „Hoffnung“ist ein gigantisches Schiff, welches seine Passagiere über den großen Ozean bringen sollte. Keiner der noch auf dem Schiff lebt weiß, wo sie sich befinden. Ziellos streift der Koloss über das Meer. Den Menschen an Bord geht es mehr als dreckig und für die meisten ist der Kampf ums Überleben grausamer Alltag.

In diesem absolut deprimierenden Szenario lässt Lovgrove nun 12 Geschichten von jeweils ca. 20 Seiten Länge spielen. Durch diesen Kunstgriff des Autors ist das Buch unheimlich gut lesbar und fesselt den Leser, da der Autor sich nicht lange mit Beschreibungen aufhält, sondern die Atmosphäre durch Handlung sehr gut einfängt. Er beschreibt das hoffnungslose Leben der Menschen auf dem Schiff, von dem keiner die wahre Größe oder sein Ziel kennt. Die meisten Menschen haben nichts zu essen und es existiert eine strenge soziale Ordnung, sodass die, denen es noch gut geht, nicht mit den Armen in Kontakt kommen. Dabei schreibt er so fesselnd, dass dem Leser bei seinen Beschreibungen ein eisiger Schauer über den Rücken läuft. Die Geschichten sind nur locker verwoben, berühren sich aber in einigen Punkten und lösen an diesen Fragen auf, die sich dem Leser gestellt haben. Dieses Buch sammelt die gesamte Hoffnungslosigkeit der Welt in sich. Es an einem regnerischen Winterabend zu lesen, könnte in Depressionen stürzen.

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