und Die Globalisierungsfalle

(Rowohlt 1998, 351 Seiten, 3-499-60450-7)

Sehr aufschlussreiches, populäres Buch über die wirtschaftliche Globalisierung.

In ihrem Buch Die Globalisierungsfalle berichten die beiden Spiegel-Redakteure Hans-Peter Martin und Harald Schumann über die Schattenseiten der Globalisierung. Dabei geht es ihnen vor Allem darum, die These einer entstehenden 20:80-Gesellschaft zu belegen, in der 20% der Bevölkerung ausreichend sind, den wirtschaftlichen Output zu produzieren, während die übrigen 80% mit „Tittytainment“ ruhig gestellt werden müssen. Zudem versuchen die beiden Autoren gegen die Unausweichlichkeit der Globalisierung zu argumentieren. In beiden Argumentation wird der Kernpunkt der Globalisierung wie die Autoren sie verstehen in der Vernetzung der weltweiten Finanzmärkte und deren Einfluss auf nationale Regulationsinstanzen gesehen.

Die Globalisierungsfalle ist ein beeindruckendes Buch. Mit ausführlich recherchierten Anekdoten stellen die beiden Spiegel-Redakteure die Schattenseite der Globalisierung dar, erarbeiten eine Zukunftsperspektive und stellen klar, dass die Globalisierung keine überirdische Macht darstellt, sondern von handelnden Menschen Tag für Tag reproduziert werden muss. So schaffen sie es, beim Leser ein Gefühl für eigene Gestaltungsoptionen zu wecken. Man merkt Die Globalisierungsfalle dabei aber an, dass es von Journalisten verfasst wurde. Betrachtet man die Argumentation mit wissenschaftlichen Augen so fällt die anekdotenhafte Argumentation negativ ins Gewicht. Auch der Begriff „Globalisierung“ wird im Rahmen des Buches auf eine sehr populäre Weise verwendet, so bleibt die Vielschichtigkeit des Phänomens, das neben der Wirtschaft auch Sozialbeziehungen, Kultur, Bildung usw. betrifft, außen vor. Da das Buch bereits etwas älter ist kommt es beim Lesen manchmal zu etwas irritierenden Momenten wenn vom Vorsitzenden des deutschen Sparkassenverbundes Horst Köhler oder vom stellvertretenden IG-Metall-Vorsitzenden Walter Riester die Rede ist.

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