Vorhersehbarer Krimi ohne Atmosphäre.

Als zwei Männer auf dieselbe brutale Weise umgebracht weden, macht sich Inspektor van Veeteren auf die Suche nach dem Zusammenhang und dem Motiv für die Morde. Dabei stößt er auf eine Militärschule, auf der beide Opfer dieselbe Klasse besuchten. Aber keiner der anderen Schüler kann sich erinnern, dass die beiden miteinander zu tun gehabt hätten. Erst ein drittes Opfer bringt den Kommissar auf die Spur einer verhängnisvollen Abschlussfeier.

Mehr kann man zu der Handlung leider nicht sagen, weil jedes weitere Wort zu sehr auf die Auflösung hindeuten würde. Denn Die Frau mit dem Muttermal hat leider keine innovative oder besonders clever konstruierte Handlung. Nach der Beschreibung des ersten Tatorts war mir die zugrunde liegende Geschichte im Prinzip schon klar und es blieben nur noch einige Details zu vervollständigen – und das, obwohl ich nicht gut im Handlung erraten bin. So plätschert das Buch leider die meiste Zeit vor sich hin und es kommt nur dann Spannung auf, wenn Nesser potentieller Opfer von der Bildfläche verschwinden lässt. Da der Krimi zudem teilweise auch aus der Perspektive der Täterin (hiermit verrate ich nix, das ist schon nach den ersten Seiten klar) beschrieben wird, bleibt nichtmal diese mysteriös und spannend. Ich hatte ja eigentlich gehofft, dass Nesser noch eine Wende einbaut und ein überraschendes Ende liefert, aber leider wurde ich auch da enttäuscht. Es endet im Großen und Ganzen so, wie ich es geahnt hatte.

Ein weiterer Punkt hat mich an diesem Buch irgendwie gestört: Nesser lässt seine Bücher in der fiktiven Stadt Maardam spielen und weckt durch die Namen der Personen und Orte einen niederländischen oder deutschen Eindruck. Leider fehlt es dem Leser in dieser fiktiven Stadt an Orientierungspunkten und auch Nesser kann in seiner Handlung nicht auf eine vorgefertigte Geographie zurückgreifen. So schwebt diese Stadt außerhalb der realen Welt und Nesser hat nicht die Möglichkeit, dem Roman durch das Spiel mit Klischees oder authentische Atmosphäre wirkliche Tiefe zu verpassen. Toll fand ich immerhin, dass Nesser seine Kommissare Badminton spielen lässt…

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