The Alienist

(Heyne 1996, 588 Seiten, 3-453-09931-1)

Die Einkreisung ist jedem zu empfehlen, der gerne atmosphärisch dichte und äußerst spannende Bücher liest.

Schon auf der Rückseite des Buches verspricht die New York Times einen „atmosphärisch dichten Thriller“und auch ich kann dies nur bestätigen. Wie in einem klassischen Kriminalfilm steht am Anfang des Buches ein Mord und am Ende seine Aufklärung. Jedoch sind die Methoden, die zur Ergreifung des Mörders führen für das Jahr 1896, in dem der Roman spielt, revolutionär. So erstellt eine kleine Gruppe aus einem Psychologen, einem Journalisten, der ersten weiblichen Polizeiangestellten New Yorks und zwei jungen Polizisten ein Psychogramm des Täters und kreist ihn somit ein.

Das Buch ist durchgängig aus der Perspektive des Journalisten beschrieben, läßt aber keine wichtigen Fragen offen. Durch die Wahl der Perspektive gelingt es dem Autor eine unglaublich bedrückende Atmosphäre zu schaffen, die einen Glauben macht, man bewege sich wirklich in den Häuserschluchten des Big Apple. Aber auch die Dächer der Häuser spielen in dem Buch eine wichtige Rolle, wie im damaligen Leben, da sie schneller und bequemer waren als die überfüllten Bürgersteige. Dadurch wird der Roman nicht nur zu einem Thriller, sondern gleichzeitig auch zu einem Gesellschaftsportrait der damaligen Weltstadt. Er zeigt aber auch die Anfänge der Kriminalpsychologie auf und zeigt die anfängliche Ablehnung dieser Methoden durch die Öffentlichkeit. Auch das Fingerabdrücke noch nicht gerichtlich anerkannt werden wirkt für die heutige Zeit seltsam.

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