The Chemistry of Death

, Teil 1

(rororo 2007, 430 Seiten, 978-3-499-24197-0)

Sehr spannender Krimi mit tiefen Einblicken in den menschlichen Verwesungsprozess.

Der forensische Anthropologe David Hunter hat sich nach dem schweren Autounfall, bei dem er Frau und Kind verloren hat, in ein verschlafenes Dorf im Norden Englands zurückgezogen und lebt ein beschauliches Leben als Dorfarzt. Dann wird jedoch die Leiche einer Frau gefunden, die bereits seit einiger Zeit im Wald verborgen liegt. Hunter unterstützt die Polizei bei der Identifikation der Leiche und rutscht so immer mehr in die Ermittlungen hinein. Als dann eine zweite Frau verschwindet, wachsen im Ort Misstrauen und Ärger. Schließlich verliebt sich Hunter auch noch in die Dorfschul-Lehrerin Jenny.

Seit Monaten ist der Krimi um David Hunter in den deutschen Bestseller-Listen zu finden. Nicht zu Unrecht, denn Beckett gelingt es vorzüglich, den Leser auf der ersten Seite zu fesseln und erst auf der letzten wieder loszulassen. Die Handlung, die sich vor den Augen des Leser entwickelt, ist spannend und glaubwürdig und gerade die Beschreibung von Angst und Misstrauen, die sich im Dorf entwickeln, sowie eine relativ große Anzahl gut ausgearbeiteter Charaktere geben dem Buch eine besondere Tiefe. Kurze Exkurse zu den Erlebnissen der entführten Frauen und Einblicke in ihr Martyrium machen dem Leser immer wieder deutlich, dass die an sich recht beschaulich scheinenden Ermittlungen einen sehr ernsthaften Hintergrund haben und die Zeit drängt. Das Alleinstellungsmerkmal des Romans sind jedoch sicherlich die detaillierten Beschreibungen dessen, was mit dem menschlichen Körper nach dem Tod passiert. Sicherlich nicht für schwache Mägen geeignet, aber auf jeden Fall äußerst spannend und lehrreich. Im Showdown schließlich werden alle offenen Fäden zusammengeführt und bis zur letzten Seite erwarten den Leser mehrere Überraschungen. Ganz am Ende macht es sich Beckett dann aber doch ein wenig zu einfach.

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