Die Bücherdiebin (The Book Thief)

(Blanvalet 2008, 592 Seiten, 3-764-50284-3)

Markus Zusak hat eine einzigartigen und individuellen Roman geschrieben, der das Leben bzw. die Sichtweise des Leser wenigstens ein wenig zu ändern vermag.

Januar 1939. Liesel und ihr kleiner Bruder Werner sind auf dem Weg nach Molching bei München, wo sie Pflegeeltern übergeben werden sollen. Doch Werner kommt dort niemals an. Ein heftiger Hustenanfall. Ein letzter Atmenzug. Und dann – nichts mehr. Werner findet sein Grab im Schnee. Liesel findet im Schnee ihr erstes Buch. Mit dem „Handbuch für Totengräber“ und der Hilfe ihres Pflegevaters Hans Hubermann lernt Liesel lesen – und fortan stiehlt sie Bücher. Von der Straße, aus den Flammen der Nazis und der Bibliothek des Bürgermeisters. Liesel stiehlt, was Glück und Hoffnung schenkt in dunklen Tagen. Und sie teilt ihre Schätze mit den Nachbarn im Bunker, als die Bomben auf Münschen fallen, und mit ihrem besten Freund Rudi, dem Fußballer mit dem zitronengelben Haar. Doch dies sind gefährliche Zeiten. Und als die Hubermanns einen jüdischen Faustkämpfer im Keller verstecken, ist der Tod Liesel näher als je zuvor…

„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak ist ein großartiger und auf jeden Fall lesenswerter Roman. Zusak lässt die Geschichte nicht wie gewohnt von einem anderen Menschen erzählen, sondern vom Tod höchstpersönlich. Dass der Tod die Geschichte erzählt ist meiner Meinung nach eine geniale, aber auch eine sehr mutige Erzählweise, da ja jeder Leser eine andere Vorstellung und Einstellung zum Tod hat. Doch Zusak schafft es die verbreitete Vorstellung von einem kaltherzigen Sensemannes zu zerstreuen und den Tod stattdessen als ein fühlendes und unter dem Drang der Menschen sich selbst zu zerstören leidendes Wesen erscheinen lässt.

Dieser eigenartige Erzähler beschreibt seine Treffen mit dem verwaisten Kind Liesel Meminger, welche zusehen muss wie ihre Lieben im Krieg sterben sie selbst aber immer überlebt. Der 586 Seiten lange Roman besteht aus insgesamt 10 „Teilen“ ( + Prolog und Epilog), die jeweils nach dem Buch benannt worden sind welches in jeweiligen Teil von Liesel gestohlen worden ist. Außerdem lässt Zusak seine Geschichte nicht nur durch Wörter leben, sonder auch durch Bilder die ein einsamer Jude namens Max im Keller der Hubermanns für die Bücherdiebin malte.

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