Deutsch für Profis

(Mosaik 2001, 285 Seiten, 3-442-16175-4)

Einige interessante Überlegungen, etliche Allgemeinplätze, eine sehr unterhaltsame, aber zu überzeugte Darstellungsweise und einige Anregungen zur Selbstreflexion.

„Deutsche Sprache – schwere Spache?“ Sicherlich ist es nicht einfach, gutes und verständliches Deutsch zu schreiben, doch gerade diejenige Berufsgruppe, deren wichtigstes Handwerkszeug die Sprache ist, sollte dazu in der Lage sein. Das aber auch, und gerade, Journalisten nicht vor unverständlichen Forumlierungen, logischen Fehlern bei der Verschachtelung von Sätzen und dem exzessiven Gebrauch von Worthülsen gefeit sind, zeigt der Journalist Wolf Schneider in seinem Deutsch für Profis. Dabei prangert er nicht nur Fehler bei Wortwahl, -verwendung und Satzbau an, sondern gibt auch einige praktische Ratschläge zu deren Vermeidung Meinung

Deutsch für Profis ist ein Buch von einem Journalisten für Journalisten. Dies merkt man zuallerst daran, dass für Schneider die Einfachheit, Klarheit und Verständlichkeit des Textes im Vordergrund steht. Bedeutungsnuancen und ästhetische Aspekte spielen für ihn nur eine Nebenrolle. Für wissenschaftliches oder literarischens Schreiben sind einige der Hinweise zwar sicherlich ebenfalls verwendbar, jedoch nicht in der Absolutheit, wie Schneider sie hier vertritt. Zudem führt die Befolgung einiger seiner Hinweise zu seltsam klingenden Formulierungen, über die ich als Leser sicherlich gestolpert wäre. Zwei weitere Dinge sind mir an dem Buch noch negativ aufgestoßen: Zum Einen schafft es Schneider in Teilen des Buches nicht, sich an seine eigenen Regeln zu halten und baut munter „Objekt vor Subjekt“-Sätze mit mehreren Einschüben. Und zum Anderen scheint der Autor eine gewisse Abneigung gegen die Redaktion des „Spiegel“ zu haben, die er in dem Buch als Hauptschuldigen an der Sprachmisere des Journalismus darstellt. Abschließend muss ich aber sagen, dass die Lektüre mir trotzdem Spaß gemacht hat, da Schneider mit einigen interessanten Perspektiven aufwartet und eine Selbstreflexion im Sprachgebrauch anregt.

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