Sehr guter quasi-historischer Teil, aber Schwächen bei der Science-Fiction-Handlung.

Im 41. Jahrhundert hat sich das Leben auf der Erde grundlegend gewandelt. Ein gigantischer intelligenter Computer überwacht die Umwelt der Erde. Tiere, Wetter und Pflanzen stehen unter der Kontrolle der „Mutter“. Die Menschen leben nicht mehr an realen Orten, sondern verbringen die meiste Zeit innerhalb des Netzes, in dem sie sich eigene Heimstätten eingerichtet haben. Der Tod ist nahezu besiegt und selbst Körperwandlungen in Tierwesen oder Ähnliches sind an der Tagesordnung. Dann kommt es im Rat, der die Geschicke des Netzes leitet jedoch zu einem Streit. Paul Bowman, möchte der sinkenden Geburtenrate und somit dem schleichenden Aussterben der Menschen entgegentreten. Dazu sollen sie zur Arbeit gezwungen werden. Ein Teil des Rates sperrt sich gegen dieses Vorhaben, doch Paul gelingt es, mit Gewalt die Macht an sich zu reißen. Es entwickelt sich ein Krieg zwischen den beiden Fraktionen in dessen Zentrum eine Ressource steht: Energie. Diese steht nun aber nicht mehr dem Netz zur Verfügung. Da dieses aber alle Funktionen des täglichen Lebens übernommen hat, darunter medizinische Versorgung, Personen- und Warentransport sowie die Nahrungsmittelproduktion, fallen die Menschen in die Zeit vor der Industrialisierung zurück. Die sog. „Wiederaufführer“, Menschen die trotz aller technischen Möglichkeiten wie in der Vergangenheit gelebt haben, beginnen in dem Dorf Raven’s Mill, mit dem Aufbau einer neuen Gesellschaft.

Als erstes fällt auf, dass Der Zusammenbruch eigentlich keine reinrassige Science-Fiction ist, wie es die Aufmachung des Buches glauben machen will. Vielmehr verknüpft Ringo Science-Fiction Elemente mit einem historischen Roman um die Entstehung einer neuen Gesellschaft aus dem Nichts. Klingt seltsam, ist aber bei Ringo sehr glaubwürdig und spannend geschildert. Obwohl Ringo eigentlich Science-Fiction-Autor ist, kann er in diesem Roman eher durch die Schilderung des prä-industriellen Lebens und der Schwierigkeiten der modernen Menschen in dieser Welt überzeugen. Die Science-Fiction-Abschnitte hingegen wirken ein wenig wirr und sind gerade am Anfang für den Leser nur schwer nachzuvollziehen. Der Einstieg in die Welt des 41. Jahrhunderts wird dem Leser dadurch erschwert, dass Ringo immer nur die Aspekte der Welt beschreibt, die an einem Punkt unbedingt nötig sind, um die Handlung zu verstehen. Einen weitergehenden Eindruck von der Welt inner- und außerhalb des Netzes bekommt man daher nicht. Gerade die politischen Verhältnisse bleiben für den Leser zu lange im Dunkeln, sodass einige Passagen schwer zu verstehen sind. Auch einige Glaubwürdigkeitsprobleme sind mir hier aufgefallen. Da der größte Teil der Handlung sich jedoch mit den Problemen der Menschen in Raven’s Mill beschäftigt und die großen Konflikte eher im Hintergrund stehen, fällt diese Schwäche nicht so sehr ins Gewicht. Die handelnden Charaktere sind sehr detailliert ausgearbeitet und wirken jederzeit glaubwürdig.

Buch bei Amazon kaufen

Kommentar abgeben