Der weiße Knochen (The White Bone)

(Diana 2003, 396 Seiten, 3-453-86721-1)

Interessante und spannende Perspektive, aber zu wenig Handlung.

Irgendwo in der ostafrikanischen Savanne. Eine Dürre hält das Land seit langer Zeit in ihrem Griff und den Bewohnern fällt es schwer, das zum Überleben nötige Wasser und Nahrung zu finden. In dieser feindlichen Umgebung finden sich mehrere Elefantenfamilien wieder. Nachdem ein Großteil der Familien bei verschiedenen Massakern durch Menschen ums Leben gekommen ist, klammern sich die Überlebenden an die Legende eines weißen Knochen, der den Weg zum sicheren Ort, einem sagenumwobenen Paradies weist. Allerdings ist da noch Dattelbett, ein junges Kuhkalb, das von seiner Familie getrennt wurde. So macht sich ihre Familie auf die Suche nach der verlorenen Tochter und dem weißen Knochen.

Der Blickwinkel, den Gowdy in ihrem Roman wählt, ist sicherlich einmalig: Sie beschreibt die ganze Handlung aus der Perspektive der Elefanten. Sie benutzt deren Metaphern, schildert für Elefanten alltägliches auf eine alltägliche Art und Weise und gibt dem Leser so einen tiefen Einblick in das Leben und das Wesen der grauen Dickhäuter. Allerdings ist sie dabei nicht immer ganz konsequent. Einerseits führt sie Fähigkeiten wie Gedankenreden und Visionen ein, die eher wie Fantasy anmuten und andererseits übertreibt sie es manchmal damit, den Tieren menschliche Handlungsweisen zu unterstellen. Besonders auffällig ist dies dort, wo sie sogar explizit erwähnt, dass Elefanten sich eigentlich nicht so verhalten würden. Die Handlung des Romans ist sehr einfach und wenig ereignisreich. Mehrere Elefantengruppen wandern in einem täglichen Kampf ums Überleben durch das karge und dürre Land und halten sich an der Hoffnung nach dem sicheren Ort fest.

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